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Gewinn BegriffserklÀrung und Definition

gewinnGewinn (betriebswirtschaftlich) ist die Differenz zwischen Ertrag und Aufwand und wird als Periodengewinn (Gewinn in einer Rechnungsperiode) oder als StĂŒckgewinn (Gewinn je Leistungseinheit) ausgedrĂŒckt. Allgemein bezeichnet man Gewinn (betriebswirtschaftlich) als positiven Erfolg einzelwirtschaftlicher TĂ€tigkeit.

Solange kein Bezug zu anderen GrĂ¶ĂŸen, wie zum Beispiel zur Höhe des Kapitals, das zur Erzielung des Gewinnes benötigt wurde, hergestellt wird, ist die Aussagekraft der Kennzahl Gewinn (betriebswirtschaftlich) relativ gering. Zumeist spiegelt der ausgewiesene Gewinn (betriebswirtschaftlich), der im Gesetz als JahresĂŒberschuss nach § 275 Abs.2 Nr. 20 HGB bezeichnet wird, nicht das tatsĂ€chliche Ergebnis der GeschĂ€ftstĂ€tigkeit, da dies durch gesetzliche Bestimmungen verhindert wird (Stille Reserven, Niederstwertprinzip, RĂŒcklagen).

In der internen Kosten- und Leistungsrechnung wird der Gewinn (betriebswirtschaftlich) folgendermaßen ermittelt: G = E – K mit G: Gewinn, E: Erlös bzw. Leistungen, K: Kosten. Der Gewinn (betriebswirtschaftlich) ist also der Unterschied zwischen Erlös bzw. Leistungen und Kosten.

Betrachtet man den Gewinn gesamtunternehmerisch, so orientiert sich dieser an handelsrechtlichen Vorschriften und zeigt das Gesamtergebnis oder auch den Unternehmenserfolg auf. Unternehmenserfolg= ErtrĂ€ge – Aufwendungen.

Ökonomie

Das Streben nach Gewinn (betriebswirtschaftlich) ist ein Merkmal jedes Betriebes in der Marktwirtschaft.
Der Unternehmer wird motiviert, die BedĂŒrfnisse vorhandener und potentieller Kunden zu erkennen und zu befriedigen und sich ggf. verĂ€nderten MarktverhĂ€ltnissen anzupassen. Nicht freiheitliche Wirtschaftsordnungen, auch Planwirtschaft genannt, setzen an die Stelle des Gewinnstrebens ein Prinzip der PlanerfĂŒllung. Es kann so aber keine Koordination einzelner PlĂ€ne ĂŒber den Marktmechanismus erreicht werden. Die Koordination muss ĂŒber einen zentralen Plan stattfinden.

Ermittlung des Gewinns

Im Rechnungswesen der Unternehmen erfolgt die Gewinnermittlung in den als Erfolgsrechnung bezeichneten Systemen. Der konkrete Inhalt des Gewinnbegriffes kann sich nach Zweck und Ausgestaltung der Erfolgsrechnung wandeln. Wirklich messbar wird der der Gewinn (betriebswirtschaftlich) erst durch die Ermittlungsregeln der Erfolgsrechnung. Die verschiedenen Systeme der Erfolgsrechnung können zu unterschiedlichen Ergebnissen fĂŒhren. Der reale Gewinn ist daher nicht immer eindeutig bestimmbar. Die Erfolgsrechnung aber zĂ€hlt zu den wichtigsten und anspruchsvollsten Gebieten der BWL.

In der Betriebswirtschaftslehre ist der bevorzugte Oberbegriff aller Gewinnbegriffe der des Erfolges. Man kennt die Periodenerfolgsrechnung (Ermittlung des Erfolges innerhalb einer Wirtschaftsperiode, z. B. GeschĂ€ftsjahr), die StĂŒckerfolgsrechnung (Gewinnbeitrag einer einzelnen Produkteinheit), sowie die Investitionsrechnung. (Messung des Erfolgsbeitrags etwa eines Maschinenparkes ĂŒber dessen gesamten Nutzungszeitraum).

Bei der Periodenerfolgsrechnung ergibt sich die Schwierigkeit, die positiven Ertrags-bzw. Erlös und die negativen Aufwand bzw. Kosten Komponenten auf die jeweilige zu betrachtende Periode zuzurechnen.

Wirtschaftliche Erfolgskomponenten, die mehrere Perioden betreffen, mĂŒssen aufgespalten und so einzelnen Perioden zurechenbar gemacht werden. Dies nennt man auch Periodisierung. Bei der Investitionsrechnung besteht das Problem nicht. DafĂŒr hat man hier aber das Problem der Zurechenbarkeit der Erfolgskomponenten auf das Investitionsobjekt.

Besondere Bedeutung haben die verschiedenen Systeme der Periodenerfolgsrechnung. Einerseits mĂŒssen die Unternehmen periodenbezogen gegenĂŒber Dritten (Kapitalgeber, Staat etc.) Rechenschaft ĂŒber das Ergebnis des wirtschaftlichen Handelns ablegen. Dies bezeichnet man als externes Rechnungswesen. Andererseits wollen die Unternehmen zum Zwecke der Unternehmensleitung die zahlreich verflochtenen AktivitĂ€ten des Betriebes aufzeigen. (Internes Rechnungswesen).

Keine grĂ¶ĂŸeren Probleme bei der Periodisierung gibt es, wo eine Vielzahl von AktivitĂ€ten zum Periodenerfolg beitragen und die LĂ€nge des GeschĂ€ftsprozesses im VerhĂ€ltnis zur Bezugsperiode kurz ist. (Sorten- oder Serienfertigung, kurzzyklisch). Beispielsweise im Anlagenbau aber ist die Zurechnung von ErtrĂ€gen und Aufwendungen schwierig, da hier eine langfristige und projektweise Leistungserbringung vorherrscht.

Gewinnermittlung nach Handelsrecht (Externes Rechnungswesen)

Im externen Rechnungswesen dient die Gewinnermittlung dem Schutz der GlĂ€ubiger, der Ermittlung eines ausschĂŒttungsfĂ€higen JahresĂŒberschusses, zur Information der Anteilseigner und letztlich zur Ermittlung steuerlicher Bemessungsgrundlagen. Die Gewinnermittlung kann nicht in das Belieben der Unternehmen gestellt werden. Daher existieren im deutschen Recht und hier hauptsĂ€chlich im HGB und in den Steuergesetzen detaillierte Ermittlungsvorschriften.

Im Handelsrecht ist die Gewinn- und Verlustrechnung nach § 242 Abs. 2 HGB eine GegenĂŒberstellung der Aufwendungen und ErtrĂ€ge des GeschĂ€ftsjahres. In der betriebswirtschaftlichen Terminologie sind die Begriffe Aufwand und Ertrag nur so zu verwenden und beziehen sich auf den handelsrechtlichen Gewinn bzw. Verlust.

Gewinnermittlung nach Steuerrecht

Im Steuerrecht liegt ein Gewinn im Sinne der nominellen Kapitalerhaltung vor, sofern das Eigenkapital am Periodenende das Eigenkapital am Ende der vorangegangenen Periode – vermehrt um den Wert der Entnahmen und vermindert um den Wert der Einlagen – ĂŒbersteigt.
Im Steuerrecht unterscheidet man folgende Gewinnermittlungsarten:

  • Betriebsvermögensvergleich nach § 4 Abs. 1 EStG
  • Einnahmen-Überschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG
  • Gewinnermittlung nach DurchschnittssĂ€tzen § 13 a Abs. 3-6 EStG
  • Gewinnermittlung bei Betrieben mit Handelsschiffen im internationalen Verkehr § 5a EStG

Ist der Finanzbehörde die Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen nicht möglich, so wird eine SchĂ€tzung nach § 162 AO durchfĂŒhren. Das Ergebnis der SchĂ€tzung wird dann einer der Gewinnermittlungsarten zugeordnet.

Das interne Rechnungswesen (Kalkulatorischer Gewinn)

Das interne Rechnungswesen kann von den Unternehmen frei ausgestaltet werden, da es internen Steuerungszwecken dient. Allerdings haben sich auch hier Standards herausgebildet. Im internen Rechnungswesen spricht man nicht von Gewinn, sondern vom Betriebsergebnis. Dieses ergibt sich aus der Differenz zwischen Leistungen und Kosten. Kosten und Leistungen weichen in der Ermittlung ab und differieren auch in der Höhe gegenĂŒber den Aufwendungen und ErtrĂ€gen.

Man spricht von einem neutralen Aufwand wenn Aufwendungen nicht auch Kosten sind. Abweichungen der Kosten von den Aufwendungen sind kalkulatorische Kosten.



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