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Bitcoin Begriffserklärung und Definition

bitcoinBitcoin ist eine 2009 in den Umlauf gebrachte virtuelle Währung. Sie basiert auf einem Whitepaper, das ein Jahr zuvor unter dem japanischen Pseudonym Satoshi Nakamoto veröffentlicht wurde. Es ist bis heute nicht bekannt, ob sich hinter dem Namen eine oder mehrere Personen verbergen, Satoshi Nakamoto selber hat sich 2010 aus der Entwicklung offiziell zurückgezogen und ist seitdem nicht wieder aufgetaucht.

Allgemeine Informationen zu Bitcoins

Die neue Währung soll dem Schutz der Anleger dienen und wird bislang nur in gewissen Kreisen akzeptiert. Das Whitepaper formuliert als Ziel eine sichere, anonyme, stabile und dezentrale Währung, die sich dem Zugriff von Staaten oder Banken entzieht und für ihre Sicherheit nicht auf das Vertrauen der Verbraucher angewiesen ist. Es zieht Vergleiche zu der Verschlüsselung persönlicher Daten und Passwörtern, die auf diese Weise dem Zugriff eines Administrators entzogen werden. Entsprechend benutzt auch Bitcoin für Transaktionen sichere Verschlüsselungsalgorithmen, die alleine dem Inhaber einen Zugriff auf die in seinem Besitz befindliche Geldmenge gewähren sollen.

Bitcoin ist nicht nur die erste Währung seiner Art, sondern auch die erste digital erzeugte, die es geschafft hat, international in den kommerziellen Handel vorzudringen. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Software nur eine bestimmte maximale Geldmenge zulässt. Bitcoins können von jedem Computerbenutzer am heimischen PC generiert werden, allerdings steigt der Rechenaufwand mit Vergrößerung der Geldmenge exponentiell an. Zur Gewinnung sind extrem aufwendige und ressourcenintensive Schlüssel zu berechnen, weshalb die Erzeugung fast ausschließlich auf extrem schnellen Grafikkarten geschieht.

Aufgrund des dabei entstehenden Stromverbrauchs und der Investitionen in die Hardware lassen sich darum keine Werte aus dem Nichts schaffen, sondern ein eventueller Gewinn ist von dem Wechselkurs abhängig, der ähnlich wie bei anderen Devisen von Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Wegen seines neuartigen Konzepts sind zahlreiche Fragen ökonomischer, juristischer oder technologischer Natur noch vollkommen ungeklärt.

Generierung und Handel mit Bitcoins

Das Erschaffen von Bitcoins wird als Mining bezeichnet. Prinzipiell entstehen neue Bitcoins dadurch, dass alle am Mining beteiligten Rechner zu einem Netzwerk zusammengeschlossen werden und einzeln versuchen, eine kryptografische Aufgabe zu lösen. Diese Aufgabe besteht aus der Errechnung einer Nummer, dessen zweifache Verschlüsslung nach dem Algorithmus sha256 unter einem bestimmten Wert liegen muss. Sie ähnelt prinzipiell dem Finden eines Passworts, das doppelt verschlüsselt wurde.

Bei diesem Vorgang handelt es sich um eine Rechenoperation, die nur in eine Richtung möglich ist – das bedeutet, aus dem bekannten Wert kann nicht das passende Passwort errechnet werden, sondern es muss gefunden werden, indem willkürlich verschiedene Kombinationen verschlüsselt und die Resultate mit dem gesuchten Wert verglichen werden. Der dabei erzeugte Rechenaufwand ist immens, die Schwierigkeit der Aufgabe kann durch Variation des gesuchten Wertes festgelegt werden. Sie wird so festgelegt, dass durchschnittlich alle zehn Minuten ein an das Netzwerk angeschlossener Computer eine Lösung findet – die Wahrscheinlichkeit, die Aufgabe zu lösen, bemisst sich also an der Gesamtrechenleistung des Netzwerkes.

Im März 2013 lag diese beispielsweise mit 660 Petaflops nicht ganz 40 Mal so hoch wie der schnellste Supercomputer der Welt – einem Rechnerkomplex, der über fast 19.000 Prozessoren mit jeweils 16 Kernen, ebenso vielen Grafikprozessoren und insgesamt 710 Terabyte RAM verfügt. Löst einer der Teilnehmer die Aufgabe, bekommt er die daraus entstandenen Bitcoins seiner elektronischen Brieftasche zugeschrieben, während alle anderen verbundenen Clients über die Lösung informiert werden. Um mit Bitcoins bezahlen zu können, werden diese von der eigenen Brieftasche an eine individuelle Adresse geschickt, die wiederum aus einem Teil des öffentlichen Schlüssels des Besitzers und einer Prüfsumme besteht.

Eine Transaktion wird per Flooding im gesamten Netzwerk publik gemacht und dezentral registriert. Sämtliche Transaktionen werden in einem Block gesammelt, der wiederum als Ausgangspunkt für das Mining benutzt wird. Um eine Überweisung zu bestätigen, schickt Sender dem Empfänger eine Transaktion, die mit einem privaten Schlüssel signiert ist. Nur der Besitzer des privaten Schlüssels kann die Transaktion autorisieren, die Bitcoins werden daraufhin seiner Adresse zugeschrieben.

Währungsschwankungen und Umtausch von Bitcoins

Durch den Einsatz von asymmetrischen Schlüsseln ist das Netzwerk Bitcoin als solches zwar relativ gut gegen direkte Manipulationen von außen geschützt, allerdings birgt es trotzdem einige teils erhebliche Risiken. Die Entwickler selber warnen davor, Ersparnisse in Bitcoins anzulegen und weisen auf den experimentellen Stand der Software und auch der Währung an sich hin. In der Tat kam es in der Vergangenheit zu einigen spektakulären Einbrüchen, in dessen Folge teils extreme Schwankungen der Wechselkurse auftraten. Diese betrafen in der Regel Börsen, die mit Bitcoins handelten oder Privatnutzer, deren Konten durch unzureichende Sicherheit des eigenen PCs oder das Verwenden von schwachen Passwärtern kompromittiert wurden.

Bei einem Angriff auf eine Onlinebörse im Sommer 2011 erbeutete ein unbekannter Täter ein Guthaben von 500.000 Bitcoins – nach dem damaligen Stand rund 8 Millionen US-Dollar und 1/13 der weltweit zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Bitcoins. Obwohl die Transaktionen wieder rückgängig gemacht wurden, erlitten Verkäufer durch den durch das Überangebot ausgelösten Kurssturz empfindliche Verluste.

Ein weiterer Risikofaktor sind Softwarefehler. Im August 2010 wurde ein solcher entdeckt, der es ermöglichte, negative Transaktionen auszuführen. Durch eine gefälschte Transaktion kam es zu einem Speicherüberlauf einer Variablen – der Auftraggeber bekam dafür 184 Milliarden Bitcoins zugeschrieben – ein Vielfaches aller existenten Einheiten. Zur Behebung musste das gesamte Netzwerk heruntergefahren werden, die Kurse brachen massiv ein.

Seit Anfang 2013 ist der Kurs explosionsartig gestiegen – von vorher ungefähr 20 auf einen Wert bis über 260 US-Dollar. Es kam zu extremen Schwankungen, die teilweise 100 Dollar und mehr innerhalb weniger Tage betrugen.

Auf Börsen lassen sich Bitcoins in andere Währungen umtauschen, zusätzlich existieren Handelsplattformen, die ähnlich wie ein Auktionshaus arbeiten und auf denen User kaufen und verkaufen können. Allerdings kam es gerade bei solchen Diensten in den letzten Jahren immer wieder zu Unregelmäßigkeiten, die teilweise einen Totalverlust der Einlagen nach sich zogen.

Besonderheiten der virtuellen Währung Bitcoin

Juristisch betrachtet ist der Bitcoin weder als Geld noch als e-Geld anerkannt – das führt zu diversen rechtlichen Grauzonen, die vor allem das Steuerrecht und das Gesetz gegen Geldwäsche betreffen. Große Onlinebörsen werden seit Kurzem im Rahmen der Gesetze zur Erschwerung der Geldwäsche kontrolliert und müssen sich an gewisse Prinzipien halten, die auch für Banken üblich sind.

Im Jahr 2012 ist die Währung zudem durch eine kritische Berichterstattung in das Licht der Öffentlichkeit gerückt, die sich vor allem mit illegalen Plattformen beschäftigte, auf der Drogen und andere illegale Güter wie gefälschte Papiere offen angeboten wurden. Kritiker werfen zudem den Entwicklern vor, dass es sich bei dem Bitcoin über ein geschickt getarntes Schneeballsystem handeln würde, an dessen Ende zwangsläufig der Verlust sämtlicher Einlagen stehe. Dies wird jedoch höchst kontrovers diskutiert, die Europäische Zentralbank analysierte die Vorwürfe und enthielt sich einer klaren Aussage. Sie wies jedoch darauf hin, dass das System weder hohe Gewinnversprechen machen würde, noch über einen zentralen Betreiber mit einer klaren Profitabsicht verfüge.

Obwohl es sich um eine elektronische Währung handelt, ähneln Bitcoins in vielen Bereichen auch Bargeld. So sind einmal gemachte Transaktionen nicht wieder rückgängig zu machen, zusätzlich sind die Konten jeder zentralen staatlichen oder wirtschaftlichen Aufsicht entzogen. In diesem Zusammenhang wird immer häufiger der Vorwurf der Geldwäsche erhoben, in der Tat wurden in der Vergangenheit mehrfach Spuren gefunden, die von der organisierten Kriminalität zu Börsen oder Handelsplattformen führten. Eine weit gehende, wenn auch nicht totale Anonymität erleichtert den Verbrechern dabei ihre Aktivitäten. Bitcoins können ausschließlich für den Einkauf im Internet genutzt werden, es ist jedoch mit spezieller Software möglich, Zahlungen offline anzuordnen und später nur durch die Übertragung des Schlüssels einzuleiten.



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