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Shopsysteme Begriffserkl├Ąrung und Definition

shopsystemeIm E-Commerce werden an Webseiten besondere Anforderungen gestellt, die mit konventionellen Content Management Systemen (CMS) nur begrenzt zu bew├Ąltigen sind. Diese sind teils technischer, teils aber auch rechtlicher Natur. Eine einfache und auch f├╝r Laien relativ leicht zu bew├Ąltigende L├Âsung f├╝r diese Anforderungen stellen spezialisierte Shopsysteme zur Verf├╝gung, die entweder auf der Basis herk├Âmmlicher CMS, auf derjenigen von Frameworks oder auf eigenst├Ąndigen Entwicklungen beruhen. Einfache Shopsysteme stellen dabei lediglich die entsprechenden Homepages zur Verf├╝gung, w├Ąhrend komplexe und umfangreiche L├Âsungen ebenfalls Teile der Logistik, der Finanzwirtschaft oder zus├Ątzliche Verkaufsoptionen wie die Erstellung von Auktionen in ihre Software integrieren. Neben zahlreichen kommerziellen Anbietern mit einem urheberrechtlich gesch├╝tzten Quellcode gibt es auch viele Entwickler, die ihre Software unter einer offenen Lizenz gratis vertreiben. Hier ist in der Regel der professionelle Support kostenpflichtig, der bei der Behebung von Problemen oder zur L├Âsung besonderer Aufgaben in Anspruch genommen werden kann. Wegen der rechtlichen Voraussetzungen, die an eine unternehmerische T├Ątigkeit gebunden sind, existieren von vielen Shopsystemen mehrere regionale Versionen, die auf die Bedingungen der entsprechenden M├Ąrkte zugeschnitten sind. In der Regel sind dies neben einer US-amerikanischen, eine europ├Ąische – mitunter eine asiatische – und eine internationale Variante, die die wesentlichen juristischen Anforderungen des entsprechenden Zielgebietes ber├╝cksichtigen. Es ist aus diesem Grunde sehr wichtig, bei der Auswahl eines Systems auf die entsprechende Ausrichtung zu achten, da es ansonsten zu straf- oder zivilrechtlichen Problemen kommen kann. Ein gro├čer Teil der Softwarel├Âsungen stellen neben dem ├Âffentlichen Auftritt im Internet noch weitere Zusatzleistungen zur Verf├╝gung – diese umfassen normalerweise mindestens eine einfache Lagerhaltung bzw. Bestands├╝berwachung sowie unterschiedliche Bezahlsysteme, Rechnungsfunktionen sowie einen automatisierten E-Mail-Verkehr, der Auftragsbest├Ątigung, -bearbeitung und -erledigung und gegebenenfalls den Versand umfasst. Die Oberfl├Ąche ist ├╝ber verschiedene Weisen anpassbar – umfangreiche und hoch entwickelte Shopsysteme setzen hierzu vergleichbar mit CMS Vorlagen ein, die Templates genannt und entweder gratis oder gegen eine Lizenzgeb├╝hr abgegeben werden. Solche Designs bieten oft ebenfalls den Vorteil eines im Preis enthaltenen Supports, der bei der Installation sowie bei der Anpassung an die eigenen Bed├╝rfnisse und bei eventuellen technischen Problemen oder Inkompatibilit├Ąten in Anspruch genommen werden kann. Der ├╝berwiegende Teil aller Shopsysteme basiert auf dynamischen Webseiten und verwendet die Skriptsprache PHP in Verbindung mit einer Datenbank – als Standard in der Regel MySQL oder PostgreSQL und der dekorativen Sprache CSS f├╝r die ├Ąu├čere Gestaltung. Diese Kombinationen gew├Ąhrleistet einerseits eine klare Strukturierung, andererseits aber auch eine hohe Flexibilit├Ąt und erm├Âglicht es dank seiner allgemein bekannten und weitverbreiteten Grundlagen auch weniger erfahrenen Programmierern mit den entsprechenden Grundkenntnissen, Routinen ohne gro├čen Aufwand nach eigenen Vorstellungen abzuwandeln und zu bearbeiten. Shopsysteme sind nur in Ausnahmef├Ąllen untereinander kompatibel, da sie alle mit unterschiedlichen Datenbankstrukturen arbeiten. Ein nachtr├Ąglicher Wechsel ist deshalb in aller Regel nur unter gro├čem Planungs- und Arbeitsaufwand m├Âglich.

Vor- und Nachteile von Open Source Shopsystemen

Viele CMS lassen sich mittlerweile ├╝ber entsprechende Plugins oder Module zu vollwertigen Shopsystemen ausbauen, das bekannteste darunter d├╝rfte Virtuemart f├╝r Joomla sein, das selber wiederum ├╝ber zahlreiche Erweiterungen an die verschiedenen Bed├╝rfnisse angepasst werden kann. F├╝r Typo3 stehen mehrere Extensions wie Commerce, General Shop Applications (GSA) oder Trade bereit, Drupal kann mit Hilfe von ├ťbercart (auch als Ubercard bekannt) oder Drupal Commerce f├╝r den Handel im Internet eingesetzt werden. Sogar f├╝r das eigentlich als Blogsoftware konzipierte WordPress stehen mittlerweile zahlreiche L├Âsungen zur Verf├╝gung, die sich vornehmlich mit der Vermarktung digitaler Inhalte befassen. F├╝r kleine und mittelst├Ąndische Betriebe bieten sich besonders Open Source Systeme an, die den Vorteil einer einfachen Verwaltung und eines ├╝berschaubaren Entwicklungs- bzw. Installationsaufwand bieten. Zu den einfachsten darunter geh├Ârt ZenCard, das ein gemeinschaftliches Projekt von Internet-H├Ąndlern und Programmierern ist und deshalb auch die praktischen Belange in den Mittelpunkt stellt. Ebenfalls einfach in der Bedienung, aber bereits mit mehr M├Âglichkeiten ausgestattet, ist OpenCart – es ist jedoch leider noch wenig optimiert und braucht eine relativ hohe Performance und viel Speicherplatz. Komplexer, aber auch wesentlich vielf├Ąltiger, sind umfangreiche L├Âsungen wie das relativ junge und trotzdem ausgesprochen popul├Ąre Magento, das sich innerhalb von weniger als f├╝nf Jahren extrem schnell entwickelt und zu einem der am H├Ąufigsten eingesetzten Systeme hochgearbeitet hat. Urspr├╝nglich eigenst├Ąndig entwickelt wurde die gleichnamige Firma 2011 von eBay ├╝bernommen, das seitdem das Projekt betreut. Es bietet einige vielversprechende und schwer auffindbare M├Âglichkeiten wie etwa den Betrieb mehrerer Shops mittels einer einzigen Installation oder eine klare Aufteilung in einen Privatkunden- und einen Busisnesskundenbereich mit entsprechend unterschiedlicher Preis- und Artikelgestaltung. Erw├Ąhnenswert ist ebenfalls OsCommerce, das mit der ersten Version im Jahr 2000 gestartet ist und somit zu den ├Ąltesten Vertretern auf dem Markt geh├Ârt. Wegen seiner langen Geschichte und seiner hohen Popularit├Ąt bietet es mit ├╝ber 3000 wahrscheinlich die meisten Erweiterungsmodule aller Shopsysteme. Allerdings muss dringend darauf geachtet werden, eine aktuelle Version zu verwenden und erscheinende Updates einzuspielen – einige ├Ąltere Versionen sind durch Sicherheitsl├╝cken kompromittiert worden und bieten bis heute ein beliebtes Angriffsziel f├╝r Cyberkriminelle. Neben diesen reinen Open Source Projekten gibt es noch zahlreiche Unternehmen, die eine abgespeckte oder anderweitig ver├Ąnderte Version ihrer Produkte f├╝r die freie Verwendung bereitstellen – dazu geh├Âren etwa OXID esales, CubeCart oder das bis Version 3 komplett kostenfreie xt:Commerce.

Kommerziell vetriebene Shopsysteme

├ähnlich wie das e-Commerce an sich hat auch der Markt f├╝r die entsprechende Software in den letzten f├╝nf Jahren einen starken Boom erlebt und das Angebot ist entsprechend der Nachfrage gestiegen. Neben zahlreichen gro├čen Anbietern werben auch viele kleine Unternehmen f├╝r ihre Produkte – leider sind auch einige darunter, die in der letzten Zeit durch unseri├Âse Gesch├Ąftspraktiken aufgefallen sind. Es muss jedoch gleichzeitig betont werden, dass diese die Ausnahme von der Regel sind und dass von solchen Erscheinungen keinesfalls auf die gesamte Branche geschlossen werden sollte. Einige Unternehmen stellen zudem Teile oder Versionen ihrer Software kostenfrei zur Verf├╝gung und bieten eine sp├Ątere Umstellung auf kostenpflichtige Angebote an. Auf dem deutschsprachigen Markt ist OXID ein bekanntes Beispiel daf├╝r, das in drei verschiedenen Lizenzmodellen erh├Ąltlich ist. Diese unterscheiden sich sowohl im Support als auch in ihrer Funktionalit├Ąt und teilweise auch in ihrer Programmierung untereinander. Dar├╝ber hinaus bieten bezahlte Versionen eine flexible Anbindung an externe Programme, indem sie eine API f├╝r den direkten Zugriff bereitstellen. Diese Abstufungen sind f├╝r viele Anbieter beispielhaft, wobei allerdings auch andere Modelle wie die Beschr├Ąnkung der Produktvielfalt, die Begrenzung der Datenbank oder eine Bereitstellung weiterer Module z. B. f├╝r die Lagerhaltung oder die Einbindung von Versandunternehmen zum Einsatz kommen. Dar├╝ber hinaus kooperieren manche Softwareunternehmen mit Webhostern und unterbreiten Komplettl├Âsungen, bei denen sich ein Kunde weder um die Einrichtung noch um den Speicherplatz zu k├╝mmern braucht – ein Beispiel f├╝r einen solchen Vertriebsweg ist das f├╝r professionelle Zwecke ausgelegte Shopsystem Gambio. Wegen der Gr├Â├če des deutschen Marktes sind besonders bei bezahlten Anbietern die meisten – aber eben nicht alle – Shopsysteme auf die rechtlichen Voraussetzungen konzipiert und beachten auch Besonderheiten wie die Widerrufsbelehrung. F├╝r spezielle Zwecke wie etwa Print-On-Demand existieren praktisch ausschlie├člich kostenpflichtige Angebote, die sich allerdings in ihrer Usability und ihrem Aufbau stark voneinander unterscheiden. Gerade bei solchen auf bestimmte Interessen oder Bedingungen ausgerichteten Internetshops sind Shopsysteme deshalb oft nur eingeschr├Ąnkt tauglich, weshalb hier in der Regel die Planung und die Umsetzung durch eine Webagentur erfolgen. ├ähnlich ist die Lage bei der Bereitstellung von individuellen Inhalten wie Audio- oder Videostreams. Dem gegen├╝ber erweist sich die Vermarktung digitaler Werke oder Medien als problemlos, sie kann mit nahezu allen Anbietern ohne einen nennenswerten Mehraufwand realisiert werden.



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