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Google Labs

Google Labs ist eine ehemalige Plattform des Unternehmens fĂŒr experimentelle Produkte, die nicht zum veröffentlichten Angebot gehörten. Google bezeichnet die Einrichtung selbst als einen Spielplatz, um neue Ideen und Projekte auszuprobieren und möglichst frĂŒh mit Nutzern zu teilen. Google Labs bildete auf diese Weise eine Schnittstelle zwischen den neusten Experimenten der Entwickler und der breiten Öffentlichkeit.

Das Konzept der Plattform entsprach der Unternehmensphilosophie, neuen Ideen Raum zur Entfaltung zu lassen, frĂŒhen Kontakt zur Masse der Anwender zu geben und ihr Potenzial zu erforschen. Produkte auf der Plattform waren nicht im Entwicklungsstatus oder zukĂŒnftige Teile der Google Produktpalette in einem frĂŒhen Status, sondern klar als Experimente und verrĂŒckte Ideen eingestuft. Aus diesem Grund war es gleichermaßen möglich, dass ein Projekt aus Desinteresse der Nutzer oder des Entwicklers wieder aus Google Labs verschwand, oder zu einem großen Erfolg und festen Bestandteil des Angebots wurde.

Beispiele fĂŒr erfolgreiche Projekte, die Google Labs hervorgebracht hat, sind Google Mail, Reader oder Glasses. Im Fall eines erfolgreichen Projekts ist Google Labs die erste Stufe der Entwicklungsphase und die Platzierung eines Produkte im „Google Labs“-Status hat sich in manchen FĂ€llen ĂŒber mehrere Jahre hingezogen. Google Labs existierte als Einrichtung innerhalb des Unternehmens seit 2006. 2011 gab das Unternehmen bekannt, Google Labs in seiner bisherigen Form zu beenden, um sich stĂ€rker auf seine vorhandenen Produkte zu konzentrieren. Experimentelle Umgebungen fĂŒr beispielsweise neue GMail und Maps Features bleiben weiterhin bestehen.

Google Labs Entwicklung

Das Konzept und die Einrichtung von Google Labs ist auf 2006 datiert, auch wenn ein klarer Zeitpunkt schwer festzulegen ist. Seit 2006 waren alle Produkte von Google im experimentellen Status mit einem kleinen Logo, einem Reagenzglas, und einer anderen Formatierung der Schrift gekennzeichnet. Das Zeichen von Google Labs stand dafĂŒr, dass es sich nicht um ein offiziell unterstĂŒtztes und fertiggestelltes Produkt aus dem Angebot des Unternehmens handelte.

Google Labs Projekte waren im Gegensatz zu offiziellen Produkten ganz klar mit einer Fehlerwarnung verbunden und „auf eigene Gefahr“ zu nutzen. FĂŒr die Experimente gab es von Google keinen unmittelbaren Support, sondern nur die Weiterleitung von berichteten Fehlern an den verantwortlichen Entwickler.

Im Juli 2011 kĂŒndigte Google durch Bill Coughran das Ende von Google Labs in seiner bekannten Form. Die VerĂ€nderung steht in direkter Verbindung mit der Neuorientierung des Unternehmens und den Status von Labs Projekten. Viele wichtige Google Labs Produkte hatten zu diesem Zeitpunkt den Experimentstatus hinter sich gelassen oder waren abgesetzt worden. Google sieht in seiner neuen Konzentration auf bestehende Produkte und Angebote keinen Platz in der Unternehmensphilosophie.

Funktionsweise von Google Labs

Die Funktionsweise und der Zweck von Google Labs war das ungebundene Experimentieren der Unternehmensmitarbeiter mit neuen Ideen und eine möglichst frĂŒhe Begegnung dieser mit der Öffentlichkeit. Die Bezeichnung als Abenteuer und Spielplatz taucht oft als Beschreibung von Seiten des Unternehmens auf und trifft den Grundgedanken sehr genau.

Die Projekte in Google Labs stammen in der Regel nicht von dem Unternehmen als solches oder einem Team, sondern waren die Experimente einzelner Entwickler. Google macht diesen kreativen Umgang mit persönlichen Projekten zu einem Teil der Arbeitsphilosophie im Unternehmen und Labs stellt die dazugehörige Schnittstelle zur digitalen Öffentlichkeit des Internets dar. Dieser experimentelle Status der Projekte bedeutet potenziell große VerĂ€nderungen, Bugs, Fehlfunktionen oder unmittelbare Beendung.

Google Labs spielt fĂŒr das Unternehmen nicht nur intern als Entfaltungsmöglichkeit der Entwickler eine große Rolle, sondern ist auch fĂŒr den Erfolg des Unternehmens verantwortlich. Viele Produkte, die heute zum festen Bestand der Produktpalette gehören und sich extrem großer Beliebtheit erfreuen, stammen ursprĂŒnglich von einem Projekt in Google Labs ab.

Produkte von Google Labs

Der Großteil der heute existierenden Produkte von Google fanden ihren Anfang in Google Labs. Aus diesem Grund ist es problematisch, auf einzelne Projekte als Google Labs Produkte hinzuweisen. Feste Bestandteile von Google.com, der FunktionalitĂ€t eines Google Accounts und von Android GerĂ€ten sind ehemalige Projekte aus Google Labs. Google Mail, der E-Mail-Client des Unternehmens, stammt ursprĂŒnglich ebenso von der Plattform wie Google+ oder Maps.

Obwohl Google Labs in seiner frĂŒheren Form nicht mehr existiert besitzen gerade GMail und Google Maps weiterhin ein Labs-Element und damit verbundene InternetprĂ€senzen. Hier finden sich nicht eigenstĂ€ndige Projekte, sondern experimentelle Features fĂŒr die beiden großen HerzstĂŒcke der Google Palette. Das Spektrum an Ideen und Projekten besser darzustellen, die Google Labs ausmacht, fĂ€llt anhand von prĂ€gnanten Beispielen leichter.

Ein mittlerweile abgesetztes Projekt von Google Labs ist Fast Flip. Die Seite stellte eine Modifikation der klassischen Nachrichtenseite dar, die einen extrem schnellen und groben Überblick ĂŒber aktuelle Nachrichten visualisierte. Fast Flip lieferte eine Zusammenstellung von aktuellen Überschriften und Titelseiten, die online auf besonders große Reaktion stießen, um Nutzern mit wenig Zeit auf einen Blick möglichst viele Informationen zu liefern. Obwohl sie sich einer gewissen Beliebtheit erfreute, setzte sich das Format nicht durch.

Heute kommt stellenweise die Frage auf, ob Fast Flip zu Zeiten des Tablet-PCs bei Google Labs auf mehr Resonanz gestoßen wĂ€re. Ein Projekt, das ebenfalls Google Labs nie verließ, war der Schreibassistent Scribe. Der Texteditor lieferte dem Nutzer im Schreibprozess stĂ€ndig VorschlĂ€ge fĂŒr die ErgĂ€nzung seines aktuellen Satzes, um das Schreibtempo zu erhöhen. Viele ProduktivitĂ€ts-Apps zur Erhöhung der Schreibgeschwindigkeit auf Tablets und Smartphones wenden heute genau dieses Prinzip an.

Weitere Produkte in der Entwicklung

Bei zwei aktuellen Projekten, die sich zur Zeit auf dem Weg zum Google Produkt befinden, handelt es sich um Shopper und Glass. Glass ist die Technologie zur ErgĂ€nzung der RealitĂ€t ĂŒber mobile Informationen in Form einer Brille. Das Projekt Google Glass soll als Endprodukt eine Brille erzeugen, die eine BenutzeroberflĂ€che und Apps vor das Auge des Nutzers projiziert, um ihn im Alltag mit Informationen zu unterstĂŒtzen.

Das Unternehmen trat schon sehr frĂŒh im Google Labs Status mit dem Projekt an die Öffentlichkeit und stellte einen nĂ€chsten Schritt bei der Einbindung von Mobile-Computing-GerĂ€ten in den Lebensalltag vor. Die Technologie steht nicht im klassischen Sinne von Google Labs jedem frei zur VerfĂŒgung, trifft jedoch den Charakter der Plattform.

Ein anderes Produkt, an dessen Etablierung das Unternehmen stark arbeitet, ist Google Shopper. Shopper ist eine Android App, die in Zusammenhang mit Google Wallet und NFC-Technologie, Shoppinghilfe fĂŒr Sonderaktionen und Preisreduktionen sein soll. Sie verknĂŒpft das Bezahlungssystem per Android GerĂ€t mit dem aktuellen Trend zu Sparaktionen, Gutscheinen und Coupons im Einkaufssektor.

Das Ende von Google Labs

Die AnkĂŒndigung, Google Labs abzusetzen, stammt von einer Pressemitteilung im Juli 2011. Da es sich nicht im strengsten Sinne um ein Ende von Google Labs handelt, ist die Situation etwas komplizierter nachzuvollziehen. Das Unternehmen beendete die AktivitĂ€t von Google Labs als Plattform und Schnittstelle fĂŒr neue Projekte. Der Grund fĂŒr diese VerĂ€nderung sind die neue PrioritĂ€ten des Unternehmens. Google gab 2011 bekannt, dass das Unternehmen und seine Entwickler sich fokussierter auf die bestehenden Produkte und ihre Rolle konzentrieren wollen.

Das Unternehmen betont an vielen Stellen, dass Innovation und KreativitÀt weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Die Orientierung geht jedoch weg von einer Verbreiterung der Produktpalette und hin zu einer Konzentration auf die vorhandenen Produkte, um das Maximum aus deren Potenzial zu ziehen.

Dass eine völlige Umstrukturierung innerhalb des Unternehmens nicht stattfindet, zeigt sich an dem Fortbestand vieler Google Labs Projekte im anderen Rahmen. Obwohl Google Labs offiziell abgesetzt ist, findet sich noch eine Vielzahl an Projekten per Suche. Viele zentrale Produkte verfĂŒgen ĂŒber einen Google Labs Bereich, den Nutzer aktivieren können, um experimentelle Features zu testen. Zu diesen Produkte zĂ€hlen Google Mail, Maps und Kalender.



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