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Netscape Begriffserklärung und Definition

Netscape ist ein Sammelbegriff für das Unternehmen Netscape Communications, in den Anfangszeiten mit dem Zusatz Corporation, und den von ihm vertriebenen Produkten. Dazu gehörten neben dem Internetbrowser Netscape Navigator weitere Programme wie verschiedene Netscape Communication Web Server. Weiterhin umfasste das Portfolio das Netscape Publishing System – ein frühes Content Management System (CMS) für den kommerziellen Gebrauch – und später mit dem Netscape Communicator eine komplette Internetsuite, die neben einem E-Mail-Client und dem Netscape Navigator auch diverse weitere Tools für die Erstellung und Bearbeitung von damals noch statischen Homepages bereithielt. Wegen ihrer reichen Funktionsauswahl, ihrer hohen Kompatibilität, ihrer komfortablen Bedienung und im Falle des Netscape Navigators der für lange Zeit kostenlose Abgabe für private Anwender erreichten die Produkte schnell eine weite Verbreitung und erfreuten sich großer Beliebtheit. Zu seinen Spitzenzeiten erreichte der Browser einen Marktanteil von bis zu 90 %, wurde aber ab Mitte der 90er Jahre mit teils fragwürdigen Methoden von Microsoft und seinem Internet Explorer während des ersten sogenannten Browserkrieg vom Markt verdrängt. Wenige Jahre später wurde das Unternehmen von dem Internetanbieter AOL für vier Milliarden Dollar im Rahmen einer feindlichen Übernahme aufgekauft und – wie schon vorher von Analysten prognostiziert – weitgehend abgewickelt. Die Belegschaft, die einen solchen Schritt bereits erwartet hatte, entschloss sich aus diesem Grund kurz vorher zur Freigabe ihres gesamten Quellcodes – ein zu der damaligen Zeit spektakulärer Akt. Auf der Basis dieses Codes wurde in Zusammenarbeit mit den ehemaligen Angestellten von Netscape und einer offenen Community der heutige Browser Firefox entwickelt, der in Deutschland einen Marktanteil von beinahe 40 % hält. AOL wiederum zeigte sich an der Entwicklung des Netscape Navigators nur mäßig interessiert, es benutzte seine Rechte primär als Verhandlungsmasse im Zusammenhang mit rechtlichen Auseinandersetzungen mit Microsoft, das es unter anderem mit diversen erfolgreichen Klagen vor verschiedenen Kartellgerichten in Bedrängung brachte. Nachdem es über diesen Weg eine Entschädigung von 750 Millionen und exklusiven Zugriff auf einige Technologien – darunter der Engine des Internet Explorers – erstritten hatte, stellte es die Arbeit an der Netscape-Software weitgehend ein. In der darauf folgenden Zeit wurden nur wenige Versionen veröffentlicht, die teilweise oder ganz auf der Basis des inzwischen von der Mozilla-Community komplett neu geschriebenen und erweiterten Gecko-Engines laufen. Ferner wird der Name Netscape von AOL weiter verwendet, das auch heute noch sämtliche Rechte daran hält. Er bezeichnet allerdings inzwischen einen Internet Service Provider (ISP), der im Low-Budget-Bereich angesiedelt ist.

Die Geschichte des Unternehmens Netscape

Das spätere Netscape wurde im April 1994 unter dem Namen Mosaic Communications Corporation gegründet. Es gehörte zu den ersten Firmen, die sich auf eine kommerzielle Nutzung des im Entstehen begriffenen World Wide Web konzentrierten. Um rechtliche Streitigkeiten wegen der Namensgebung zu vermeiden, wurde der Name Mosaic in Netscape umgewandelt – leitende Entwickler hatten zuvor bereits als Angestellte des National Centers for Supercomputing Applications (NCSA) den NCSA Mosaic Browser programmiert. Im Rahmen der New Economy lancierte das junge Start-Up einen überaus erfolgreichen Börsengang, der der noch unprofitablen Firma über Nacht einen Marktwert von beinahe drei Milliarden US-Dollar gab, und es auf die Titelseite des Times Magazin brachte. Unter der Prämisse „Das Internet ist für alle da“ begann Netscape, mit einem Browser zu experimentieren, der unter allen Betriebssystemen einen Zugriff und die Manipulation von Dateien ermöglichen sollte. Das wiederum sah Microsoft, das zeitgleich mit der Entwicklung des Internet Explorers begonnen hatte, als eine akute Bedrohung für sein eigenes System Windows an. Gerüchten zufolge kam es zu einem Treffen zwischen leitenden Funktionären beider Konzerne auf dem Netscape Werksgelände – dort soll Microsoft eine Teilung vorgeschlagen haben, die von Netscape jedoch abgelehnt wurde. Ab 1995 kam es zu einer direkten Konfrontation der beiden Kontrahenten, die als erster Browserkrieg bezeichnet wird. Im Zuge dessen wurden neue Features und zusätzliche Funktionen in kurzen Zeitabständen implementiert – darunter viele auch heute noch gebräuchliche Elemente wie Cookies, JavaScript oder CSS. Die Konkurrenz wurde auch auf anderen Wegen ausgetragen – das über drei Meter hohe Logo, das bei der Veröffentlichung des Internet Explorers 4.0 präsentiert wurde, stellten Unbekannte mit einer Grußbotschaft von Microsoft über Nacht vor dem Haupteingang des Netscape Firmensitzes auf. Dessen Belegschaft reagierte auf diese Provokation, indem sie das Logo umwarf und eine ebenso große Figur des an Godzilla erinnernden Firmenmaskottchens Mozilla darauf positionierten. Auch andere Produkte wurden von Microsoft anvisiert – anders als Netscape veröffentlichte es die Programme prinzipiell unabhängig von der Verwendung gratis und konnte sich dadurch innerhalb weniger Jahre einen hohen Marktanteil sichern, der von 1996 bis 2002 von ca. 5 % auf über 90 % stieg – fast ausschließlich auf Kosten von Netscape. Ende 1998 kündigte AOL an, Netscape übernehmen zu wollen – die Motive lagen nach Ansicht vieler Experten darin, attraktive Technologien einzukaufen und gleichzeitig Material gegen den Konkurrenten Microsoft in die Hand zu bekommen. Die anfangs auf 4 Milliarden taxierte Gesamtsumme stieg im Laufe der Übernahme auf 10 Milliarden an, Veröffentlichungen in der Folgezeit fielen vor allem durch zahlreiche Bugs und fehlerhafte Programmierung auf. Nach der Einigung mit Microsoft wurde die Arbeit an dem Netscape Navigator weitgehend eingestellt – zahlreiche Entwickler wechselten in das inzwischen von einer Stiftung betriebene Mozilla Projekt.

Von Netscape vertriebene Produkte

Bekannt wurde Netscape in breiten Kreisen besonders durch seinen Browser Netscape Navigator, dessen Funktionen sich aufgrund vieler technischen Extras zu Standards im noch jungen Internet entwickelten. Zu den heute noch gebräuchlichen Erfindungen des Netscape Navigators zählt die Einführung von Skriptsprachen wie JavaScript für die Interaktion mit dem User, die Speicherung on Cookies für benutzerabhängige Daten, zahlreiche von Netscape entwickelte Befehle für HTML oder die Verwendung von Stylesheets zur Darstellung von Internetseiten. Mit Windows, Linux, Unix, Apple Macintosh und OS/2 gehörte der Browser zu den ersten, die plattformübergreifend angelegt waren und auf allen Betriebssystemen eine ähnliche, bekannte Oberfläche zur Verfügung stellten. Ebenfalls von Beginn wurde eine Reihe von Webservern entwickelt, die sich an kommerzielle Kunden richtete. 1997 wurde im Rahmen der Einführung des Netscape Navigators 4.0 die Palette deutlich erweitert und zahlreiche Programme in dem Paket Netscape Communicator zusammengefasst. Die Internetsuite enthielt neben dem Navigator auch einen komfortablen E-Mail-Client Netscape Communicator (ab Version 4.5), der dank seiner einfach zu bedienenden Oberfläche schnell eine ähnliche Beliebtheit wie zuvor der Browser erreichte. Unterstützt wurde das Programm von dem Netscape Address Book und dem ab Version 4.72 aus lizenzrechtlichen Gründen eingestellten Netscape Calendar. Für Webseiten stand der Netscape Composer zur Verfügung, ein HTML-Editor, der zur Erstellung oder Bearbeitung von damals noch gebräuchlichen statischen Homepages verwendet werden konnte. Populär war auch Netscape Conference, eine der ersten Voice-over-IP (VoIP) Applikationen zur Telefonie über das Internet. Mit dem Einstieg von AOL wurde die Entwicklungsarbeit nahezu komplett eingestellt, der zuvor veröffentlichte Quellcode wurde aber überarbeitet und in großen Teilen neu geschrieben, zunächst im Rahmen des Mozilla Projekts, ab 2003 unter dem Dach der gemeinnützigen Stiftung Mozilla Foundation. AOL selber brachte noch drei Versionen des Netscape Navigators auf den Markt, konnte aber keinen Erfolg damit erzielen. Das lag auch daran, dass zwei dieser Versionen entgegen der bisherigen Tradition nur noch auf dem Betriebssystem Windows liefen, da sie ebenfalls Technik des Internet Explorers benutzten. 2007 erschien mit 9.0 die letzte Version des Netscape Navigators, diesmal wieder basierend auf dem Mozillacode und auf mehreren Plattformen. Nach einem weiteren Misserfolg kündigte AOL wenige Monate später an, sämtliche Arbeit an dem Browser einzustellen. Netscape wird seitdem nur noch als Name für eine Reihe von Internetzugängen verwendet.



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