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Tagging Begriffserklärung und Definition

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TaggingTagging ist ein englischer Begriff und bedeutet grundsätzlich das Versehen mit einem Etikett. In der Computerbranche haben Tags unterschiedliche konkrete Bedeutungen. Wenn Internetnutzer von Tags ohne weitere Bezeichnung sprechen, meinen sie häufig das Social Tagging. In der täglichen Arbeit spielt das Tagging als Auszeichnung von Datenbeständen jedoch die größere Rolle als das Versehen von Inhalten mit sozialen Tags. Weitere Anwendungen sind das Part-of-Speech-Tagging, das die Zuordnung von Wörtern zu einer Wortart umfasst, und das Editieren ergänzender Metadaten.

Das Part-of-Speech-Tagging

Part-of-Speech-Tags ordnen ein Wort einer Wortart zu. Diese Zuordnung ist nicht nur wegen der grundsätzlichen Möglichkeit der Substantivierung von Adjektiven und Verben in der deutschen Sprache für eine Maschine nicht immer eindeutig zu erkennen. Vielmehr kann ein Wort wie „ein“ als unbestimmter Artikel ebenso wie als Zahlwort verwendet werden. Welche Zuordnung im jeweiligen Fall vorliegt, ermittelt ein Programm anhand des Satzkontexts. Je nach Verfahren kommen dafür grammatische Regeln, statistische Modelle oder maschinell gelernte Sprachmodelle zum Einsatz. Die Fähigkeit zur richtigen Zuordnung von Wörtern zu Wortarten ist eine wichtige Grundlage für die maschinelle Verarbeitung und Analyse von Texten. Für deutsche Texte ist das zwischen 1995 und 1999 entwickelte Stuttgart-Tübingen-Tagset ein bekanntes und etabliertes Tagset.

Der Tag-Editor

Bei Multimedia-Inhalten werden die ergänzenden Angaben als Metadaten oder Tags bezeichnet. Das Tagging bezieht sich bei Multimedia-Inhalten auf zusätzliche Informationen zu den einzelnen Dateien, etwa Titel, Interpret, Album, Genre oder Erscheinungsjahr. Hörgewohnheiten einzelner Nutzer können von Anwendungen ebenfalls erfasst werden, sind aber von den in einer Mediendatei gespeicherten Tags zu unterscheiden. Der Vorteil des Taggings im Multimedia-Bereich besteht darin, dass lediglich die Metadaten und nicht die grundlegenden Audio-, Bild- oder Videodaten bearbeitet beziehungsweise verändert werden. Die Tag-Editoren werden auch als Tagger bezeichnet.

Das Tagging als Auszeichnung von Daten

In der täglichen Anwendung von Computern und Internetprogrammen nimmt das Tagging in der Form der Auszeichnung von Datenbeständen einen großen Raum ein. Am bekanntesten ist die Auszeichnungssprache HTML, mit deren Hilfe Inhalte und ihre semantische Struktur beschrieben sowie Informationen für Browser, Hilfstechnologien und Suchmaschinen bereitgestellt werden. Die gängigsten Befehle zum Taggen von Inhalten wie die Kursivschrift und den Fettdruck werden von den meisten Textverarbeitungsprogrammen unterstützt, so dass User lediglich die entsprechenden Symbole anklicken und nicht die Tags eingeben müssen. Die übliche Struktur vieler HTML-Elemente besteht in einer kombinierten Anwendung des öffnenden und des schließenden Tags. Beide werden in spitzen Klammern angegeben, wobei ein Schrägstrich als Kennzeichnung für den schließenden Tag dient. Daneben gibt es leere Elemente, die kein gesondertes schließendes Tag benötigen. Nicht alle HTML-Tags verändern direkt das Aussehen der mit ihrer Hilfe erstellten Webseiteninhalte, einige dienen auch einer nicht sofort sichtbaren Strukturierung oder liefern Hinweise für die Verarbeitung durch Suchmaschinen. Andere Auszeichnungssprachen wie XML wirken sich grundsätzlich nicht direkt auf die Darstellung der Inhalte einer Webseite aus, sondern beschreiben Daten in einer strukturierten, maschinenlesbaren Form.

Von Bedeutung ist Tagging auch beim Umgang mit gleichen oder sehr ähnlichen Inhalten unter unterschiedlichen URLs. Über ein Canonical-Linkelement können Webseitenbetreiber ihre bevorzugte URL angeben. Diese Angabe verhindert Duplicate Content nicht technisch, ist keine Weiterleitung und wird von Suchmaschinen als Hinweis für die Canonicalisierung verarbeitet. Ein weiteres Element ist das Linkattribut nofollow. Es kennzeichnet einen Link so, dass Webseitenbetreiber keine Empfehlung oder reguläre Verknüpfung zum Linkziel ausdrücken. Für Google ist diese Kennzeichnung ein Hinweis und keine Garantie dafür, dass eine verlinkte URL nicht gecrawlt oder anderweitig entdeckt wird. Solche technischen Elemente sind Teil der Suchmaschinenoptimierung, müssen aber jeweils nach ihrer konkreten Funktion beurteilt werden.

Das Social Tagging

Auch wenn die Anzahl der verwendeten HTML-Tags den Umfang des Social Taggings deutlich übersteigt, verbinden viele Internet-Nutzer mit einem Tagging hauptsächlich die Verschlagwortung von Inhalten. Diese ist sowohl bei Blogs als auch auf Social-Bookmark-Seiten weiterhin von Bedeutung und unterstützt die interne Suche nach Artikeln. Hinsichtlich der Suchmaschinenoptimierung sind frei vergebene Schlagwörter kein eigenständiger Rankingfaktor. Sinnvoll aufgebaute Tag-Seiten können jedoch die Navigation, interne Verlinkung und thematische Erschließung einer Website unterstützen. Werden zu viele ähnliche oder kaum befüllte Tag-Archive erzeugt, entstehen dagegen redundante oder wenig hilfreiche Seiten. Mithilfe des Taggings geben die Verfasser von Blogbeiträgen sowie die Einsteller von Social Bookmarks an, welche Schlagworte sie für die Suche nach ihren Texten als relevant einstufen. Die als Schlagwort verwendeten Wörter müssen nicht zwingend im Text vorkommen, besonders die zusätzliche Verschlagwortung mit passenden Synonymen ist verbreitet.

In den 1990er Jahren dienten Meta-Keywords zusätzlich dazu, Suchmaschinen die für einen Internet-Auftritt wesentlichen Suchbegriffe zu übermitteln. Gerade in diesem Bereich erfolgte jedoch ein umfangreicher Missbrauch der Tagging-Funktion, so dass bedeutende Suchmaschinen wie Google das Meta-Keywords-Element für das Ranking nicht mehr berücksichtigen. Nicht wenige Webmaster gaben für ihren Internet-Auftritt vollkommen unzutreffende Begriffe als Meta-Keywords ein, damit ihre Seiten bei der Eingabe entsprechender Suchbegriffe ebenfalls gefunden wurden. Am beliebtesten waren dafür naturgemäß Keywords, nach denen häufig gesucht wurde. Daraus folgt jedoch nicht, dass sämtliche Metadaten für die Suchmaschinenoptimierung überflüssig sind: Elemente und Angaben wie der Seitentitel, die Meta-Description oder Robots-Anweisungen erfüllen jeweils andere Aufgaben. Synonyme sollten bei inhaltlicher Relevanz besser verständlich in der Webseite behandelt werden, statt nur als Tags aufzutauchen. Entscheidend sind dabei der Informationsgehalt und der Kontext, nicht die bloße Anzahl unterschiedlicher Begriffe.

Einige Angebote zum Erstellen gemeinsamer Inhalte und zum Geldverdienen mit diesen verlangten noch bis in das Jahr 2011 hinein die Zufügung von Tags zu jedem Artikel, auch wenn sie selbst die Suche nach den entsprechenden Schlagwörtern nicht unterstützten. Heute ist diese Form des Taggings vor allem auf Social-Bookmark-Seiten, Blogs und anderen redaktionellen Plattformen verbreitet, wo sie weiterhin eine Ordnungsfunktion ausübt. Im Gegensatz zu externen Suchmaschinen berücksichtigt die interne Suche der entsprechenden Blogs oder Social-Bookmark-Seiten die verwendeten Schlagwörter häufig weiterhin, so dass andere Mitglieder der jeweiligen Community mit den einzelnen Keywords verbundene Artikel finden. Das Social Tagging der entsprechenden Seiten dient zugleich zur Erstellung einer Auflistung der besprochenen Themenkomplexe. Eine inhaltliche Kontrolle erfolgt beim Tagging auf Blogs und Social-Bookmark-Seiten überwiegend nicht, die Gemeinschaft erwartet jedoch die Verwendung von zu den einzelnen Beiträgen passenden Begriffen. Abhängig von der Plattform kann das Tagging auf eine Mindest- oder Höchstzahl an Schlagwörtern beschränkt sein, die zu jedem eingestellten Artikel oder Link anzugeben sind. Bei der Eingabe der Tags auf Blogseiten oder Social-Bookmark-Seiten übernimmt das jeweilige System üblicherweise die technische Zuordnung. Wer auf der eigenen Homepage Schlagwörter verwenden möchte, sollte zwischen sichtbaren Tag-Seiten zur Navigation und Meta-Angaben im HTML unterscheiden. Beide erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sollten nicht mit dem wirkungslosen Meta-Keywords-Element gleichgesetzt werden.

Zusammenfassung

Tagging bezeichnet die Zuordnung von Kennzeichnungen. Je nach Anwendung unterscheiden sich ihre Aufgaben: HTML-Tags strukturieren etwa Webinhalte und liefern Browsern oder Suchmaschinen Hinweise zur Verarbeitung. Technische Elemente wie Canonical-Angaben können außerdem bei der Zusammenführung gleicher oder sehr ähnlicher Inhalte unter unterschiedlichen URLs helfen.

Part-of-Speech-Tagging ist eine spezielle Form des Taggings, bei der Wörter in einem Text einer Wortart zugeordnet werden. Diese Zuordnung unterstützt Maschinen bei der Analyse der Syntax eines Satzes. Für deutsche Texte kann dabei beispielsweise das Stuttgart-Tübingen-Tagset verwendet werden.

Im Multimedia-Bereich wird Tagging genutzt, um Metadaten zu ergänzen, die zusätzliche Informationen zu Inhalten liefern. Diese Tags werden durch sogenannte Tag-Editoren bearbeitet, ohne die eigentlichen Medieninhalte zu verändern.

Das Social Tagging bezieht sich auf die Verschlagwortung von Inhalten in Blogs oder auf Social-Bookmark-Seiten. Es hat vor allem Relevanz für die interne Suche, Navigation und thematische Gruppierung innerhalb dieser Plattformen. Für die organische Suche hängt sein Nutzen von der Qualität und Struktur der entstehenden Tag-Seiten ab.

Einige ältere Praktiken, insbesondere die Verwendung von Meta-Keywords für die Suchmaschinenoptimierung, sind heute veraltet. Andere Meta-Angaben und HTML-Elemente erfüllen dagegen weiterhin konkrete technische oder redaktionelle Aufgaben. Tagging bleibt deshalb ein zentrales Element für die Strukturierung und kann bei korrekter Anwendung auch die Suchmaschinenoptimierung von Inhalten unterstützen.

Häufige Fragen und Antworten

Was ist Tagging?

Tagging ist ein englischer Begriff und bedeutet grundsätzlich das Versehen mit einem Etikett. In der Computerbranche haben Tags unterschiedliche konkrete Bedeutungen. Wenn Internetnutzer von Tags ohne weitere Bezeichnung sprechen, meinen sie häufig das Social Tagging. In der täglichen Arbeit spielt das Tagging als Auszeichnung von Datenbeständen jedoch die größere Rolle als das Versehen von Inhalten mit sozialen Tags. Weitere Anwendungen sind das Part-of-Speech-Tagging, das die Zuordnung von Wörtern zu einer Wortart umfasst, und das Editieren ergänzender Metadaten.

Was ist Part-of-speech Tagging?

Part-of-Speech-Tags ordnen ein Wort einer Wortart zu. Diese Zuordnung ist nicht immer eindeutig zu erkennen, insbesondere in der deutschen Sprache. Das Part-of-Speech-Tagging ist eine Methode, bei der Wörter in einem Text anhand ihres Satzkontexts einer bestimmten Wortart zugeordnet werden, um die maschinelle Verarbeitung von Texten zu erleichtern. Ein bekanntes Tagset für das Part-of-Speech-Tagging deutscher Texte ist das Stuttgart-Tübingen-Tagset.

Was ist der Tag-Editor?

Der Tag-Editor ist ein Werkzeug, das zur Bearbeitung von Metadaten oder Tags für Multimedia-Inhalte verwendet wird. Mit dem Tag-Editor können zusätzliche Informationen wie Titel, Interpret, Album oder Genre hinzugefügt und verändert werden. Dabei werden nur die Metadaten bearbeitet, nicht jedoch die grundlegenden Audio-, Bild- oder Videodaten.

Was ist das Tagging als Auszeichnung von Daten?

Das Tagging als Auszeichnung von Datenbeständen spielt eine große Rolle in der täglichen Anwendung von Computern und Internetprogrammen. Dabei werden Daten mit Tags versehen, um sie strukturiert auszuzeichnen. Eine bekannte Anwendung ist die Auszeichnung von Webseiteninhalten mit HTML-Tags, die Inhalte strukturieren und Browsern, Hilfstechnologien oder Suchmaschinen Informationen liefern. Technische Elemente können außerdem Hinweise zur bevorzugten URL bei gleichen oder sehr ähnlichen Inhalten geben, verhindern Duplicate Content aber nicht automatisch.

Was ist das Social Tagging?

Das Social Tagging bezieht sich auf die Verschlagwortung von Inhalten in Blogs oder auf Social-Bookmark-Seiten. Es dient der internen Suche nach Artikeln und unterstützt die Kategorisierung und Verknüpfung von Inhalten. Tags werden von Verfassern von Blogbeiträgen und Einstellern von Social Bookmarks genutzt, um relevante Schlagworte für die Suche anzugeben. Dabei können sowohl Wörter, die im Text vorkommen, als auch passende Synonyme oder zusätzliche Schlagworte verwendet werden. Für Suchmaschinen entsteht daraus kein eigenständiger Rankingfaktor; hilfreich können jedoch gut gepflegte Tag-Seiten mit einer klaren Navigationsfunktion sein.

Manuel Fuchs
Zuletzt aktualisiert von Manuel Fuchs

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