
Die Google Video Suche ist eine Webanwendung zur Suche von Videos im Internet und Teil der vom Suchmaschinenanbieter Google angebotenen Suchdienste. Ursprünglich sollten vor allem Videos der hauseigenen Plattform Google Video durchsucht werden. Mit der Schließung dieser Plattform entwickelte sich die Videosuche jedoch, ähnlich wie die Bildersuche, zu einer Suche nach Inhalten aus unterschiedlichen Quellen im Web.
Viele Suchergebnisse der Google Video Suche stammen von der mittlerweile vollständig von Google übernommenen Videoplattform YouTube. Das lässt sich auch mit der hohen Anzahl der dort veröffentlichten Videos erklären. Die frühere Aussage des Anbieters, YouTube werde in der Videosuche nicht bevorzugt behandelt, ist von der tatsächlichen Zusammensetzung der Ergebnisse zu unterscheiden: Welche Plattformen erscheinen, hängt unter anderem von Suchanfrage, Relevanz, Indexierbarkeit und verfügbaren Videosignalen ab.
Entwicklung der Google Video Suche
Im Jahr 2005 wurde der Onlinedienst Google Video als Plattform gestartet, auf der archivierte Videos mithilfe eines speziellen Players, der in die Webseite eingebunden wurde, gesucht und angeschaut werden konnten. Die dafür benutzten Videocrawler hatten dabei zwei Aufgaben. Einerseits sollten sie interessante Inhalte aufspüren, andererseits wurden Videos für die Wiedergabe verarbeitet und unter anderem in das speziell für den Player entwickelte Format .gvi umgewandelt.
Durch diese Technologie war es möglich, sich Videos von verschiedenen Webseiten anzusehen, ohne Google Video zu verlassen. Einige Monate später wurde der Dienst auch in weiteren Ländern angeboten und Google erlaubte nach einer Anmeldung das Hochladen eigener Videos. Damit wollte man mit dem ebenfalls jungen Dienst YouTube konkurrieren, der sich wegen dieser Funktionen bereits einen Namen machen konnte.
Trotz der hohen Bekanntheit von Google konnte das Videoportal nicht den gewünschten Marktanteil erreichen. Deswegen entschloss sich Google, den damaligen Konkurrenten für 1,65 Milliarden US-Dollar in Aktien zu übernehmen. Die Übernahme von YouTube wurde am 9. Oktober 2006 angekündigt und im November 2006 abgeschlossen.
Wie die Übernahme von YouTube durch Google die Dienste beeinflusste
Obwohl Google YouTube vollständig übernahm, wurde die Videoplattform zunächst weitgehend eigenständig weitergeführt, während Google parallel an seiner eigenen Plattform arbeitete. Funktionen und technische Konzepte beider Angebote näherten sich mit der Zeit an, ohne dass sich jede Entwicklung eindeutig als direkte Übernahme von Google Video zu YouTube einordnen lässt.
Google Video setzte unter anderem Digital Rights Management (DRM) ein, insbesondere um kostenpflichtige oder urheberrechtlich geschützte Videos gegen eine unbeschränkte Weitergabe zu sichern. Bei YouTube entwickelte Google den Umgang mit geschützten Inhalten später mit eigenen Verfahren weiter. Dazu gehören technische Maßnahmen zur Rechteverwaltung, die nicht mit dem damaligen DRM-System von Google Video gleichzusetzen sind.
Google Video war außerdem auf die Wiedergabe verschiedener Videoformate ausgelegt. Viele Videos wurden neben dem hauseigenen Format auch als .mp4 angeboten. MP4 ist weiterhin ein verbreitetes Containerformat für Webvideos und wird häufig über HTML5-Videoplayer wiedergegeben. HTML5 hat MP4 daher nicht verdrängt, sondern die Wiedergabe ohne frühere proprietäre Browser-Plugins ermöglicht.
Weiterer Werdegang der Google Video Suche
Nach der Übernahme von YouTube liefen die Dienste zunächst parallel, jedoch konnten jetzt auch YouTube-Videos über die Google Video Suche gefunden werden. Auf den eigens entwickelten Player wurde später nicht mehr in gleicher Weise zurückgegriffen. Stattdessen präsentierte Google gefundene Videos zeitweise in einem eigenen Frameset mit eingebettetem Player des jeweiligen Anbieters. Für Nutzer bedeutete dies nicht immer einen Komfortgewinn, denn die Wiedergabe und Kompatibilität hingen stärker von der jeweiligen Quellseite ab.
Um den Dienst auszubauen, fing Google außerdem damit an, Bezahl-Content anzubieten. Gegen ein Entgelt konnten sich Nutzer Fernsehserien, Berichte und Filme einiger großer amerikanischer Fernsehsender ansehen. Dieses Angebot blieb vor allem auf den amerikanischen Markt beschränkt und wurde später wieder eingestellt.
Anfang 2009 gab der Suchmaschinenanbieter bekannt, keine neuen Video-Uploads auf der Plattform mehr zu erlauben. Zwei Jahre später wurde die komplette Einstellung des mittlerweile kaum noch genutzten Hosting-Dienstes vorbereitet. Bereits hochgeladene Inhalte blieben zunächst bestehen; Nutzer erhielten Möglichkeiten, ihre Videos herunterzuladen oder zu YouTube zu übertragen.
Am 20. August 2012 wurde der verbliebene Google-Video-Hostingdienst komplett abgeschaltet. Davon zu unterscheiden ist die Google Video Suche: Sie blieb als vertikale Suche nach Videos aus dem Web bestehen und wurde später im Interface als Google Videos beziehungsweise als Video-Register der Google-Suche dargestellt.
Google Video Suche: Heutiger Stand der Dinge
Mit der Einstellung des Hostingdienstes Google Video ging ebenfalls eine Umstrukturierung der Google Video Suche einher. Statt eines eigenen Videoarchivs und eines angepassten Framesets verweist die Suche heute auf Videos und Wiedergabeseiten unterschiedlicher Anbieter. Je nach Darstellung kann ein Video bereits in den Suchergebnissen angespielt werden oder der Klick führt zur jeweiligen Quellseite.
Die Videosuche greift auf den Google-Index und zusätzliche Informationen über Videoinhalte zurück. Ob ein Video erscheint, hängt unter anderem davon ab, ob Google die Wiedergabeseite crawlen und indexieren kann, ein aussagekräftiges Vorschaubild erkennt und den Videoinhalt der Suchanfrage zuordnet. Daraus folgt keine Garantie, dass jede technisch erreichbare Videoseite in den Ergebnissen angezeigt wird.
Mittlerweile ist die Google Video Suche zudem weitgehend in die Websuche integriert. Sucht man nach bestimmten Keywords, bei denen ein Video eine hohe Relevanz erzielt, kann dieses direkt in der normalen Suche angezeigt werden, häufig inklusive Thumbnail, Titel, Quelle und weiterer Informationen. Die konkrete Darstellung unterscheidet sich nach Suchanfrage, Gerät und Ergebnisart.
Auch die bekannten Suchvorschläge sind in der Videosuche verfügbar. Für Websitebetreiber ist vor allem entscheidend, Videos auf einer zugänglichen Wiedergabeseite einzubetten, Titel und beschreibenden Kontext bereitzustellen sowie Vorschaubilder und technische Angaben konsistent auszuliefern. Diese Maßnahmen gehören zur Google-Optimierung von Videoinhalten.
Historische Reichweite und Verfügbarkeit der Google Video Suche
Die früher veröffentlichten Zahlen von etwa 2,5 Millionen Videos im internationalen Bestand und rund 50.000 Bezahlinhalten im amerikanischen Raum bezogen sich auf die damalige Hostingplattform Google Video. Sie beschreiben weder den heutigen Umfang der webbasierten Videosuche noch einen aktuellen Marktanteil. Für eine Websuche, die Inhalte fremder Plattformen indexiert, wäre die Zahl selbst hochgeladener Videos ohnehin keine geeignete aktuelle Kennzahl.
Im Laufe der Jahre wurden Google Video und die Google Video Suche in weiteren Ländern außerhalb der USA angeboten. Zu den historisch genannten Märkten gehörten Deutschland, das Vereinigte Königreich, Frankreich, Kanada, Italien und Japan. Die heutige Videoansicht ist Teil der Google-Suche; ihre Verfügbarkeit und konkrete Ausgestaltung können je nach Land, Sprache, Suchanfrage und Gerät variieren. Die frühere Länderliste der Hostingplattform sollte daher nicht als abschließende aktuelle Verfügbarkeitsliste verstanden werden.
Zusammenfassung
Die Google Video Suche ermöglicht die Suche nach Videos im Web. Ursprünglich konzentrierte sie sich auf Inhalte der Plattform Google Video. Nach deren Schließung blieb die Videosuche als Suchfunktion für Videos unterschiedlicher Quellen bestehen. YouTube nimmt aufgrund seines großen Videobestands eine wichtige Rolle in den Ergebnissen ein, ist aber nicht die einzige mögliche Quelle.
Die Entwicklung begann 2005 mit einer Plattform, die Videos verarbeitete und unter anderem im speziellen Format .gvi bereitstellte. Google Video konnte sich gegenüber YouTube nicht wie erhofft durchsetzen. Google kündigte deshalb 2006 die Übernahme von YouTube für 1,65 Milliarden US-Dollar in Aktien an. Technische Konzepte wie Rechteverwaltung und Unterstützung verbreiteter Videoformate entwickelten sich anschließend weiter.
Der weitere Werdegang umfasste eine parallele Laufzeit von Google Video und YouTube sowie den Versuch, Bezahl-Content anzubieten. Nach dem Ende neuer Video-Uploads wurde der Hostingdienst 2012 vollständig abgeschaltet. Die Suche nach Videos im Web blieb davon getrennt erhalten.
Der heutige Stand der Google Video Suche ist durch die enge Einbindung in die allgemeine Websuche geprägt. Ergebnisse können als Links, Vorschaubilder oder besondere Videoelemente erscheinen. Für die Auffindbarkeit sind unter anderem crawlbare Wiedergabeseiten, verständliche Inhalte und geeignete Vorschaubilder relevant.
Die früher genannten Zahlen und Länderangaben beziehen sich auf die historische Plattform und lassen sich nicht als aktuelle Marktanteile oder vollständige Verfügbarkeitsliste verwenden. Die Darstellung der heutigen Videosuche kann sich je nach Region, Sprache, Gerät und Suchanfrage unterscheiden.
Häufige Fragen und Antworten
Die Google Video Suche ist eine Suchfunktion, mit der sich Videos und zugehörige Wiedergabeseiten im Internet finden lassen. Sie ist Teil der Google-Suche. Ursprünglich diente sie vor allem der Suche innerhalb der hauseigenen Plattform Google Video. Nach der Schließung dieses Hostingdienstes blieb die Suche nach Videos aus unterschiedlichen Webquellen bestehen.
Nach der Übernahme von YouTube durch Google liefen Google Video und YouTube zunächst parallel. YouTube-Videos konnten über die Google Video Suche gefunden werden, während Google Video später als Hostingplattform eingestellt wurde. Einzelne technische Konzepte näherten sich an, die Rechteverwaltung und Wiedergabetechnik von YouTube entwickelten sich jedoch eigenständig weiter.
Google Video wurde 2005 als Plattform für die Suche, Wiedergabe und später auch das Hochladen von Videos gestartet. Nach der Übernahme von YouTube liefen beide Dienste zunächst parallel. Google beendete anschließend neue Uploads und schaltete den Hostingdienst 2012 vollständig ab. Die Suche nach Videos aus dem Web blieb bestehen und wurde eng in die allgemeine Google-Suche integriert.
Die Google Video Suche ist heute eng mit der Websuche verbunden. Sie kann Links zu Wiedergabeseiten, Vorschaubilder und besondere Videoelemente anzeigen. Ob ein Video berücksichtigt wird, hängt unter anderem von seiner Indexierbarkeit, dem Inhalt der Wiedergabeseite, verfügbaren Metadaten und der Relevanz für die jeweilige Suchanfrage ab.
Belastbare aktuelle Marktanteile lassen sich aus den früheren Bestandszahlen von Google Video nicht ableiten. Die Angaben zu rund 2,5 Millionen Videos und etwa 50.000 Bezahlinhalten bezogen sich auf die historische Hostingplattform. Die heutige Videoansicht ist Teil der Google-Suche; ihre Verfügbarkeit und Darstellung können je nach Land, Sprache, Gerät und Suchanfrage variieren.
