
Bei der DENIC handelt es sich um eine eingetragene Genossenschaft zur Verwaltung der Top-Level-Domain .de. DENIC ist dabei das Kürzel für Deutsches Network Information Center – sie gilt als zentrale Registrierungsstelle für .de-Domains und ist für deren Verwaltung sowie den technischen Betrieb der .de-Zone verantwortlich. Die früher genannten 318 Mitglieder und 112 Mitarbeiter beziehen sich auf den Stand von 2015 und sind daher nicht als aktuelle Organisationszahlen zu verstehen.
Die Geschichte der DENIC
Am 5. November 1986 wurde die Top-Level-Domain .de eingerichtet und zunächst von der Universität Dortmund verwaltet, gefolgt von der Universität Karlsruhe im Jahre 1994. Diese schloss einen Vertrag mit dem Interessenverbund Deutsches Network Information Center (IV-DENIC), einem Zusammenschluss deutscher ISPs (Internet Service Provider).
Erst zwei Jahre später entstand aufgrund der stark steigenden Nachfrage nach .de-Domains mit der DENIC eG ein verlässlicher rechtlicher und organisatorischer Rahmen für die Domain-Verwaltung. Im Jahre 1999 übernahm die DENIC offiziell die Verwaltung der Top-Level-Domain .de. Zu diesem Zeitpunkt existierte zunächst ein Nameserver mit Standort in Karlsruhe, der nach der Übernahme nach Frankfurt am Main verlegt wurde. Im gleichen Jahr wurde die millionste .de-Adresse vergeben.
Bis 2011 stieg die Anzahl registrierter .de-Domains auf 14.740.277. Die Zahl der damals weltweit unterhaltenen Nameserver-Standorte betrug 17, wovon vier in Deutschland und einer in Österreich lagen. Der Rest verteilte sich auf Europa, Asien und Übersee. Im Jahr 2016 verwaltete die DENIC bereits mehr als 16 Millionen Domains und betrieb ihre Infrastruktur an mehr als 35 globalen Standorten. Diese Zahlen dokumentieren den damaligen Entwicklungsstand und können sich seitdem verändert haben.
Aufgaben der DENIC
Bei der DENIC werden alle Domains, die mit der Endung .de erreichbar sein sollen, zentral registriert. In der Regel geschieht dies durch Dritte in Form der Anmeldung beziehungsweise Registrierung eines Webhostingpakets inkl. Domain – wahlweise auch nur einer Domain – bei einem Provider oder Registrar und nicht durch den Kunden selbst bei der DENIC. Eine direkte Verwaltung ist über das dafür vorgesehene Angebot der DENIC ebenfalls möglich. Für den Betrieb einer Website und weiterer Dienste ist jedoch ein Provider nötig, der die technische Infrastruktur wie Webspace, E-Mail-Dienste und DNS-Konfiguration bereitstellt. Die Registrierung über einen Provider ist häufig günstiger und verbindet die Domainverwaltung unmittelbar mit den benötigten Hostingdiensten.
Neben der Registrierung und Verwaltung der Domains ist die DENIC für die Erreichbarkeit der .de-Zone verantwortlich, die durch ein weltweites Netz autoritativer Nameserver gewährleistet werden soll. Dieses verteilte Servernetz erhöht die Ausfallsicherheit und sorgt dafür, dass Anfragen aus unterschiedlichen Regionen zuverlässig beantwortet werden können.
Ebenfalls zum Leistungsumfang der DENIC zählt der Betrieb zentraler Komponenten des DNS-Systems für .de. DNS steht für Domain Name System und sorgt dafür, dass Domainnamen den für die Verbindung benötigten technischen Informationen, insbesondere IP-Adressen, zugeordnet werden. Erst diese Namensauflösung macht es möglich, dass ein bestimmter Rechner, Server oder Host über einen leicht verständlichen Domainnamen erreichbar ist. Die DENIC betreibt dabei nicht das gesamte weltweite DNS, sondern die für die Top-Level-Domain .de maßgebliche Infrastruktur.
Eine registrierte Domain und ein funktionierendes DNS sind technische Voraussetzungen dafür, dass Suchmaschinen eine Website zuverlässig erreichen können.
Registrierung und erweiterter Leistungsumfang
Die Registrierung einer Domain geht mit der Angabe einer natürlichen oder juristischen Person als Domaininhaber einher. Eine Domain ist damit einem Inhaber zugeordnet, der die vertraglichen Pflichten aus der Registrierung erfüllen und korrekte, aktuelle Kontaktdaten hinterlegen muss. Für die Inhalte einer Website gelten daneben die jeweils einschlägigen gesetzlichen Verantwortlichkeiten. Historisch konnte ergänzend ein administrativer Ansprechpartner, der sogenannte Admin-C, eingetragen werden. Diese frühere Rolle ist von den heute bei der DENIC geführten Kontaktdaten und Zuständigkeiten zu unterscheiden. Als Domaininhaber sollte man insbesondere Änderungen an Namen, Anschrift oder Erreichbarkeit zeitnah über den zuständigen Provider beziehungsweise die zuständige Verwaltungsstelle melden.
Daneben bietet die DENIC eine Domainabfrage an, die häufig noch als Whois-Dienst bezeichnet wird. Mit ihr können .de-Domains auf ihre Existenz und ihren technischen Status hin abgefragt werden. Anders als früher sind personenbezogene Daten von Domaininhabern nicht mehr generell öffentlich und kostenlos einsehbar. Ob und welche Inhaberdaten herausgegeben werden, hängt von der Art des Inhabers, dem berechtigten Interesse und dem vorgesehenen Auskunftsverfahren ab. Der Dienst hilft weiterhin bei der Recherche, ob eine Domain registriert oder frei ist. Für rechtliche Anliegen, etwa bei möglichen Rechtsverletzungen oder fehlenden Kontaktangaben, stellt die DENIC gesonderte Verfahren zur Verfügung. Auch technische Belange können für eine solche Abfrage relevant sein.
Technische Angaben zu einer Domain können transparenter sein als personenbezogene Inhaberdaten. Die Abfrage zeigt jedoch nicht ohne Weiteres, ob eine bereits registrierte, aber nicht genutzte Domain gekauft werden kann. Dafür muss ein Interessent den Inhaber über verfügbare Kontaktwege oder einen Vermittlungsdienst erreichen. Besonders begehrte Domains werden teilweise registriert und gesammelt, um sie später an Interessenten weiterzuverkaufen – ein umstrittenes Prozedere, das von einer gewöhnlichen Registrierung für ein eigenes Projekt zu unterscheiden ist.
Die DENIC in der Kritik
In der Vergangenheit stand die DENIC vereinzelt wegen mangelnder Transparenz bei Entscheidungen in der Kritik. Diese Kritik wurde sowohl öffentlich als auch aus den eigenen Reihen geübt. Auch ihre Informationspolitik im Zusammenhang mit der damaligen Bewerbung um die Verwaltung der Top-Level-Domain .net wurde kritisiert. Im Jahr 2010 geriet die DENIC erneut in die Kritik, weil mehrere Millionen .de-Adressen über mehrere Stunden hinweg nicht erreichbar waren – es handelte sich um eine Störung im Betrieb der Nameserver.
Die DENIC im Web
Die DENIC ist unter dem eigenen Namen im Internet auf denic.de vertreten, außerdem zählt nic.de zu den eigenen Domains – beide führen zur Präsenz der Registrierungsstelle. Dort finden sich zahlreiche Informationen rund um die Organisation und ihre Aufgaben, ihre Strukturen sowie Meldungen zu Domains und DNS. Auch die Domainabfrage ist dort erreichbar. Der zusätzliche Domain-Check liefert Statusinformationen zur abgefragten Domain, beispielsweise ob sie registriert, konnektiert, frei oder aufgrund ihrer Schreibweise ungültig ist.
Unter den Informationen zu Domains finden sich außerdem Hinweise zur Aktualisierung eigener Daten als Domaininhaber, zum Providerwechsel oder zum Inhaberwechsel. Eine direkte Pflege ist bei Domains, die über einen Provider verwaltet werden, in der Regel nicht über die öffentliche Domainabfrage möglich. Änderungen müssen über den zuständigen Provider vorgenommen werden. Bei einer direkten Verwaltung gelten die dafür vorgesehenen Verfahren der DENIC.
Zusammenfassung
Die DENIC eG ist die zentrale Registrierungsstelle für .de-Domains und spielt eine entscheidende Rolle für den stabilen technischen Betrieb der deutschen Länder-Domain. Die Top-Level-Domain wurde 1986 zunächst von der Universität Dortmund und später von der Universität Karlsruhe verwaltet. Im Jahr 1999 übernahm die DENIC offiziell diese Aufgabe.
Die Hauptaufgaben der DENIC umfassen nicht nur die Registrierung und Verwaltung von .de-Domains, sondern auch deren weltweite Erreichbarkeit durch ein verteiltes Netz autoritativer Nameserver. Im DNS-System stellt die DENIC die für .de erforderlichen Informationen bereit, damit Domainnamen technisch aufgelöst werden können.
Bei der DENIC ist jede Domain einer natürlichen oder juristischen Person als Inhaber zugeordnet. Die Domainabfrage gibt Auskunft über Verfügbarkeit und technischen Status. Personenbezogene Inhaberdaten sind jedoch nicht mehr generell öffentlich zugänglich und werden nur nach den dafür geltenden Voraussetzungen herausgegeben. Der Handel mit registrierten Domains ist möglich, aber von der eigentlichen Aufgabe der Registrierungsstelle zu unterscheiden.
Trotz ihrer Schlüsselrolle stand die DENIC in der Vergangenheit wegen mangelnder Transparenz und ihrer Informationspolitik in der Kritik. Beispielsweise waren im Jahr 2010 mehrere Millionen .de-Adressen wegen einer Störung vorübergehend nicht erreichbar.
Die DENIC bietet auf ihrer Webseite umfangreiche Informationen und Werkzeuge zur Domain-Registrierung und Domainabfrage, einschließlich eines erweiterten Domain-Checks. Änderungen an Inhaber- und Kontaktdaten erfolgen in der Regel über den Provider oder über das jeweils zuständige Verwaltungsverfahren.
Häufige Fragen und Antworten
Die DENIC ist eine eingetragene Genossenschaft und die zentrale Registrierungsstelle für die Top-Level-Domain .de. Sie verwaltet .de-Domains und betreibt die dafür erforderliche technische Infrastruktur, insbesondere die autoritativen Nameserver der .de-Zone.
Die DENIC ist für die Registrierung und Verwaltung von .de-Domains sowie für den stabilen Betrieb der .de-Zone zuständig. Ein weltweites Netz autoritativer Nameserver beantwortet DNS-Anfragen und trägt dazu bei, dass .de-Domains zuverlässig aufgelöst und erreicht werden können.
Die Registrierung einer .de-Domain erfolgt in der Regel über einen Provider oder Registrar, häufig zusammen mit einem Webhostingpaket. Eine direkte Verwaltung über das dafür vorgesehene Angebot der DENIC ist ebenfalls möglich. Für eine Website werden zusätzlich Hosting und eine korrekte DNS-Konfiguration benötigt.
