Mit IRC (Internet Relay Chat) wird ein textbasiertes Chat-System bezeichnet, das sowohl Gespräche zwischen zwei Nutzern als auch Chats zwischen einer beliebigen Anzahl von Teilnehmern erlaubt. Ein direktes Gespräch zwischen zwei Nutzern wird in vielen IRC-Clients als Query bezeichnet, während Chats mit mehr als zwei Teilnehmern über Gesprächskanäle, die sogenannten Channels, realisiert werden. Die Teilnahme an mehreren Channels zur gleichen Zeit ist möglich. Abhängig von den Regeln und Einstellungen des jeweiligen Netzwerks können IRC-Nutzer zudem neue Channels eröffnen. Um IRC nutzen zu können, ist ein spezieller Client erforderlich. Diese Clients stehen als eigenständige Anwendung sowie in webbasierter Form zur Verfügung.
Die Funktionsweise des IRC
Damit Chats zwischen zwei oder mehr Personen zustande kommen können, ist ein Netzwerk aus verschiedenen Relais-Stationen erforderlich. Bei Relais-Stationen handelt es sich um Server, zwischen denen Verbindungen bestehen.
Die zentrale Eigenschaft dieses Netzwerkes ist seine Kommunikationstopologie, die auf dem Grundsatz basiert, dass es zwischen zwei verschiedenen Nutzern innerhalb des verbundenen Servernetzes genau einen Kommunikationspfad gibt. Diese Vorgehensweise stellte schon in den Anfangszeiten des IRC, als die Kapazität interkontinentaler Datenleitungen stark begrenzt war, die Effizienz der Online-Kommunikation sicher. Effizient wird die Kommunikation dadurch, dass eine interkontinental verschickte Nachricht nicht einzeln an alle Adressaten beziehungsweise Clients gesendet wird, sondern zunächst an einen Server, der die Nachricht innerhalb des Netzes weiterleitet.
Auf diese Weise erreichen Nachrichten ihre Empfänger unter normalen Netzwerkbedingungen nahezu in Echtzeit. Die tatsächliche Verzögerung hängt jedoch von der Verbindung, der Auslastung und dem Zustand der beteiligten Server ab. Ein Nachteil dieser Topologie sind die sogenannten Netsplits. Damit ist gemeint, dass das Netzwerk in voneinander isolierte Teile zerfällt, wenn eine Verbindung zwischen IRC-Servern ausfällt. Nutzer in den getrennten Netzteilen können sich dann vorübergehend nicht mehr gegenseitig sehen oder erreichen. Nach der Wiederherstellung der Verbindung werden die Netzteile erneut zusammengeführt.
Die Entwicklung des IRC
Die Idee des IRC geht auf das kooperative Rechnernetzwerk BITNET zurück. In diesem Rechnernetzwerk wurde mit dem Bitnet Relay ein Chatsystem realisiert, das Jarkko Oikarinen, einen finnischen Informatikstudenten, beeinflusste. Er entwickelte IRC im Jahr 1988 für das damals noch sehr überschaubare Internet.
Das Ausmaß, in dem das Netzwerk in den folgenden Jahren wuchs, verursachte zunehmend technische und organisatorische Probleme. Aus diesem Grund entstanden ab dem Jahr 1993 weitere kleinere Netzwerke. Dass das ursprüngliche Netzwerk drei Jahre später endgültig geteilt wurde, konnte zudem auf Meinungsunterschiede zwischen den Betreibern zurückgeführt werden. Im Laufe der Entwicklung entstanden zahlreiche voneinander unabhängige IRC-Netzwerke.
Zu den größten und bekanntesten Netzen zählten beziehungsweise zählen beispielsweise QuakeNet, IRCNet und EFnet. Noch immer handelt es sich um ein textbasiertes Chatsystem. Über DCC (Direct Client-to-Client) können außerdem Dateien und andere Daten direkt zwischen Clients ausgetauscht werden. Welche Funktionen tatsächlich zur Verfügung stehen, hängt vom verwendeten Client und vom jeweiligen Netzwerk ab.
Das IRC-Protokoll
Als Protokoll für den Datenaustausch wurde beim ursprünglichen IRC ein textbasiertes, auf TCP und IP basierendes Kommunikationsprotokoll verwendet. IRC ermöglicht seinen Benutzern, mittels spezieller Befehle mit IRC-Server und IRC-Client zu interagieren. Die Befehle beginnen in Clients in der Regel mit einem Schrägstrich. /whois ist das Beispiel eines solchen Befehls, der zusammen mit einem Nutzernamen als Parameter weitere verfügbare Informationen zu einem Teilnehmer anzeigt.
Sowohl Client und Server als auch die Server untereinander kommunizieren über Nachrichten in Befehlsform. Eine solche Nachricht kann aus einem Absender beziehungsweise Präfix, einem Befehl und zusätzlichen Parametern bestehen. Ob und welche Parameter angegeben werden müssen, hängt vom jeweiligen Befehl ab. Schickt ein Client einem Server eine Nachricht, kann der Server ein sogenanntes Reply schicken, also eine Antwortnachricht mit einem dreistelligen Reply-Code. Da die ausgeschriebenen Befehle zusätzlichen Steuerungsaufwand und Datenverkehr verursachen können, setzen einige IRC-Server für die Kommunikation untereinander ein Server-to-Server-Protokoll ein. Dieses kann zum Beispiel vorsehen, dass anstelle des gesamten Befehls ein kürzeres Token verwendet wird.
Das IRC-Protokoll kann durch eine Vielzahl verfügbarer Erweiterungen in seiner Funktionalität ergänzt werden. Welche Erweiterungen verwendbar sind, hängt im Wesentlichen von der jeweiligen IRC-Serversoftware und dem Netzwerk ab. Da diese Erweiterungen voneinander unabhängig in verschiedenen IRC-Netzwerken entwickelt wurden, sind sie nicht durchgehend einheitlich standardisiert und dokumentiert. IRC kann unverschlüsselt benutzt werden, viele Netzwerke bieten jedoch eine SSL/TLS-verschlüsselte Verbindung an. Nutzer sollten in der Dokumentation des jeweiligen Netzwerks prüfen, welcher Servername und welcher Port dafür vorgesehen sind.
Die Teilnahme am IRC
Um IRC nutzen zu können, ist ein IRC-Client erforderlich. Dabei handelt es sich um ein Chat-Programm, das in der Lage ist, eine Verbindung zu einem IRC-Server aufzubauen. Da IRC zu den älteren Internetstandards zählt, gibt es verschiedene Clients für unterschiedliche Betriebssysteme sowie webbasierte Angebote. Bei vielen IRC-Clients sind bereits IRC-Netzwerke gespeichert. Für die Verbindung werden üblicherweise ein Netzwerk oder Server, ein Nickname und gegebenenfalls weitere Zugangsdaten ausgewählt. Nachdem das Programm die Verbindung mit einem Server hergestellt hat, kann sich der Nutzer mittels des LIST-Befehls die vom Netzwerk bereitgestellte Kanalliste anzeigen lassen. Auch die Suche mit Wildcards wird oftmals unterstützt. Bei großen Netzen kann die Liste sehr umfangreich sein oder vom Betreiber eingeschränkt werden.
Wenn ein noch nicht vorhandener Kanal betreten wird, kann dieser Channel durch den IRC-Server angelegt werden. Ob das möglich ist, hängt von den Regeln und Einstellungen des Netzwerks ab. Ohne zusätzliche Dienste wird der Channel in der Regel aufgelöst, wenn der letzte Nutzer ihn verlässt. Bei vielen Netzwerken werden allerdings Channel Services beziehungsweise Channel Bots angeboten, die einen Channel auch dann verwalten und seine Registrierung erhalten, wenn kein Teilnehmer den Channel gerade nutzt. Hierzu kann die Registrierung von Channelnamen und Nicknamen erforderlich sein. Wie die Registrierung in einem bestimmten Netzwerk funktioniert, lässt sich im jeweiligen Supportchannel oder in der Netzwerkdokumentation erfahren.
Welche Verhaltensregeln bei der Nutzung eines IRC-Netzes zu beachten sind, kann auf der Webseite des Netzwerkes in Erfahrung gebracht werden. Auch die sogenannte Message of the day, die dem Nutzer nach der Verbindungsherstellung angezeigt wird, enthält häufig Informationen hierzu und zu weiteren netzwerkspezifischen Themen. Um zu verhindern, dass Passwörter ausgespäht oder Schadprogramme auf den eigenen Rechner übertragen werden, sollte die Annahme von Datentransfers unbekannter Teilnehmer verweigert werden. Empfangene Dateien sollten wie andere Downloads aus unbekannten Quellen behandelt und nicht ungeprüft geöffnet werden. Hinsichtlich der Sicherheit ist ebenfalls zu beachten, dass unverschlüsselte Verbindungen das Mitlesen von Passwörtern und Chats ermöglichen können. Für Konten und registrierte Nicknamen sollten zudem keine Passwörter verwendet werden, die bereits bei anderen Diensten im Einsatz sind.
Zusammenfassung
Internet Relay Chat (IRC) ist ein textbasiertes Chat-System, das private Gespräche und Gruppenchats ermöglicht. Zur Nutzung ist ein spezieller IRC-Client erforderlich, der entweder als eigenständige Anwendung oder webbasiert verfügbar ist.
IRC funktioniert über ein Netzwerk aus Relais-Stationen, auch Server genannt, die Nachrichten zwischen den Nutzern weiterleiten. Ein Nachteil der verwendeten Netztopologie ist die Möglichkeit von Netsplits, bei denen das Netzwerk durch den Ausfall einer Serververbindung vorübergehend getrennt wird.
Die Entwicklung von IRC begann 1988. Später entstanden zahlreiche unabhängige IRC-Netzwerke. Zu den bekannten Netzen gehören QuakeNet, IRCNet und EFnet.
Das zugrunde liegende Protokoll für den Datenaustausch ist textbasiert und nutzt TCP/IP. Verschiedene Erweiterungen können die Funktionalität ergänzen. Viele Netzwerke ermöglichen außerdem eine SSL/TLS-Verschlüsselung, deren Verfügbarkeit und Konfiguration jeweils geprüft werden sollte.
Die Teilnahme am IRC erfordert die Verbindung zu einem Server durch einen IRC-Client. Nutzer können anschließend Kanäle suchen, betreten oder abhängig von den Netzwerkregeln erstellen. Sie sollten die Verhaltensregeln des jeweiligen IRC-Netzwerks beachten und Datentransfers unbekannter Teilnehmer ablehnen.
Häufige Fragen und Antworten
Bei IRC handelt es sich um ein textbasiertes Chat-System, das Kommunikation zwischen zwei oder mehr Personen ermöglicht. Es erlaubt private Gespräche zwischen zwei Nutzern sowie Chats zwischen einer beliebigen Anzahl von Teilnehmern über sogenannte Channels. Um IRC nutzen zu können, benötigt man einen IRC-Client.
IRC basiert auf einem Netzwerk von Relais-Stationen, auch Server genannt. Diese Server stellen die Kommunikation zwischen den Nutzern sicher. Nachrichten werden über den vorgesehenen Kommunikationspfad von Server zu Server weitergeleitet und erreichen ihre Empfänger unter normalen Netzwerkbedingungen nahezu in Echtzeit. Fällt eine Verbindung zwischen Servern aus, kann es zu einem vorübergehenden Netsplit kommen.
IRC wurde von Jarkko Oikarinen im Jahr 1988 entwickelt. Ein wichtiger Vorläufer war das Chatsystem Bitnet Relay im BITNET. Mit dem Wachstum des IRC entstanden aufgrund technischer und organisatorischer Unterschiede mehrere voneinander unabhängige Netzwerke.
IRC verwendet ein textbasiertes Kommunikationsprotokoll, das auf TCP/IP basiert. Die Kommunikation zwischen IRC-Server und IRC-Client erfolgt über spezielle Befehle und Antworten. Verschiedene Erweiterungen können die Funktionalität ergänzen. Abhängig vom Netzwerk ist außerdem eine verschlüsselte Verbindung über SSL/TLS möglich.
Um am IRC teilzunehmen, benötigt man einen IRC-Client, der die Verbindung zu einem IRC-Server herstellt. Nachdem die Verbindung hergestellt wurde, kann man Kanäle suchen, betreten oder abhängig von den Regeln des Netzwerks erstellen und an verschiedenen Chats teilnehmen. Dabei sind die Verhaltens- und Sicherheitsregeln des jeweiligen IRC-Netzwerks zu beachten.
