
Der Google PageRank (PR) ist ein Verfahren zur Gewichtung von Webseiten anhand ihrer Verlinkung. Vereinfacht ausgedrückt erhält eine Seite mehr Gewicht, wenn andere wichtige Seiten auf sie verweisen. Historisch wurde ein öffentlich sichtbarer PageRank auf einer Skala von 0 bis 10 angegeben. Diese Toolbar-Werte werden jedoch nicht mehr veröffentlicht und erlauben keine aktuelle Bewertung einzelner Domains. Google verwendet PageRank weiterhin als Bestandteil seiner Kernsysteme, aber nicht als alleinige Kennzahl für die Position einer Webseite innerhalb der Suchergebnisliste (SERP). Neben linkbasierten Signalen fließen zahlreiche weitere Systeme und Kriterien in die Bewertung ein. Was früher als PageRank-Update beobachtet wurde, ist deshalb von heutigen Aktualisierungen der Google-Rankingsysteme zu unterscheiden.
Wichtig ist auch, den Unterschied zwischen PageRank und Visibility – also der Sichtbarkeit oder Auffindbarkeit der Seite – festzuhalten. PageRank bewertet nicht die Position einer Seite zu einem bestimmten Keyword, sondern die Bedeutung von Seiten innerhalb eines Linknetzwerks. Sichtbarkeitswerte werden dagegen meist von SEO-Tools aus den Positionen einer Domain für ein festgelegtes Keyword-Set berechnet. Sie sind keine offizielle Google-Kennzahl und hängen unter anderem von der verwendeten Datenbasis ab. Für Webseitenbetreiber können solche Werte bei der Beobachtung der organischen Auffindbarkeit helfen, ersetzen aber weder die Analyse tatsächlicher Besucherzahlen noch die Prüfung relevanter Suchanfragen und Conversions.
Grundlegende Ermittlung des PageRank vor 2003
Die Reihenfolge der Anzeige der Suchergebnisse in den SERPs wurde von einer Bewertung der Relevanz der Seite abhängig gemacht. Der grundlegende PageRank-Ansatz knüpft an ältere Methoden zur Bewertung von Beziehungen in Netzwerken und an die wissenschaftliche Zitationsanalyse an. Grundlegend wird die Relevanz oder Gewichtung eines einzelnen Elements innerhalb einer Gruppe miteinander verbundener Elemente dadurch bestimmt, wie viele Verbindungen anderer Elemente auf dieses Element verweisen und welches Gewicht diese verweisenden Elemente selbst besitzen. Auf das Internet umgelegt bedeutet das, dass eine Seite umso mehr Gewicht erhält, je mehr andere – vor allem bereits gewichtige – Seiten auf diese eine Seite verweisen. In der Fachsprache der Suchmaschinenoptimierung nennt man solche Verlinkungen Backlinks. Nicht allein die Zahl der Backlinks ist entscheidend: Ein Link überträgt nur einen Teil des Gewichts der verlinkenden Seite, und auch deren ausgehende Verlinkungen spielen im ursprünglichen Modell eine Rolle.
Diese Art der Relevanzbewertung bewährte sich in den Anfangszeiten des Internets, wurde mit zunehmender Komplexität des Webs aber um zahlreiche weitere Bewertungssysteme ergänzt. Heute hat PageRank weiterhin Bedeutung als Bestandteil der Kernsysteme, ist aber weder öffentlich ablesbar noch das alleinige Kriterium für eine Position innerhalb der Suchergebnisse. Der Google-Suchalgorithmus und seine einzelnen Systeme werden laufend angepasst. Solche Änderungen dürfen jedoch nicht pauschal als PageRank-Updates bezeichnet werden.
Historisch wurde zwischen häufigeren Aktualisierungen von Link- und Indexdaten und seltener sichtbaren Aktualisierungen des öffentlichen Toolbar-PageRanks unterschieden. Starre Rhythmen wie Backlink-Updates alle zwei Wochen oder PageRank-Updates alle drei Monate sind heute weder als verlässliche Termine noch als aktuelle Arbeitsgrundlage geeignet. Größere Updates der Rankingsysteme werden von Google teilweise angekündigt und erläutert, andere Anpassungen erfolgen ohne eigenen Namen. In der Folge solcher Änderungen kann es zu deutlich veränderten Positionen kommen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Google den PageRank einer betroffenen Seite verändert hat. Für eine belastbare Bewertung sollten Webseitenbetreiber deshalb Suchanfragen, betroffene Seitentypen, Indexierung, technische Erreichbarkeit, Inhalte und Links gemeinsam untersuchen. Bei konkreten Aufgaben der organischen Sichtbarkeit gehört diese Ursachenanalyse zur Google-Optimierung.
Natural Listings und Werbeanzeigen
Der PageRank betrifft die organischen Suchergebnisse, die sogenannten Natural Listings, nicht aber die Platzierung geschalteter Werbeanzeigen. Für die Ausspielung und Reihung von Anzeigen gelten die Bedingungen des jeweiligen Werbesystems. Das früher als AdWords bezeichnete Produkt trägt seit 2018 den Namen Google Ads. Dort spielen unter anderem Gebote, Anzeigenqualität, Relevanz und Kampagneneinstellungen eine Rolle, nicht der PageRank der Zielseite als organisches Rankingsignal. Daraus lässt sich folgern, dass Veränderungen in organischen Rankingsystemen nicht unmittelbar die Position von Werbeanzeigen bestimmen. Organische Suchmaschinenoptimierung und bezahlte Werbung sind daher getrennte Disziplinen, auch wenn sie dieselben Suchanfragen und Zielgruppen betreffen können.
PageRank-Updates und Toolbar-PageRank-Updates
Der sogenannte Toolbar-PageRank war ein vereinfachter, öffentlich sichtbarer Wert auf einer Skala von 0 bis 10. Er wurde zeitweise über die Google Toolbar und andere Abfragen angezeigt, wesentlich seltener aktualisiert als interne Daten und war daher kein Echtzeitwert. Der eigentliche, intern verwendete PageRank war damit nicht direkt abrufbar. Toolbar-PageRank-Updates machten Veränderungen für Webseitenbetreiber zwar sichtbar, ließen aber keine eindeutigen Rückschlüsse auf einzelne Rankingänderungen oder Abstrafungen zu. Google stellte die öffentliche Anzeige des Toolbar-PageRanks schließlich ein. Aktuelle PageRank-Werte einzelner Seiten können daher nicht seriös aus einer Toolbar, einem Browser-Plugin oder einer fremden Ersatzmetrik abgelesen werden. Kennzahlen wie Domain Authority, Domain Rating oder Link Power stammen von Drittanbietern und sind nicht mit Googles internem PageRank gleichzusetzen.
Anpassungen der Rankingsysteme in der Vergangenheit zur Qualitätsverbesserung der Suchergebnisse
Seit 2003 sorgten unregelmäßige Veränderungen des Suchalgorithmus mit dem Ziel der Qualitätsverbesserung bei der Anzeige der Suchergebnisse immer wieder für starke Veränderungen in den Rankings vieler Seiten. In der frühen Google-Zeit wurden Suchindex und Rangfolgen in größeren Intervallen aktualisiert. Die dabei beobachteten Schwankungen wurden als Google Dance bezeichnet. Es handelte sich nicht um ein Verfahren, das schlechter rankenden Seiten gezielt vorübergehend bessere Positionen verschaffen sollte, sondern um Auswirkungen der damaligen Index- und Datenaktualisierung. Mit dem Wachstum des Webs und der Zunahme manipulativer Verfahren ging Google zu kontinuierlicheren Aktualisierungen und differenzierteren Systemen über. Deren Auswirkungen wurden häufig irreführend als PageRank-Updates zusammengefasst.
Das Boston Update von 2003 gehört zu den frühen namentlich bekannten Google-Updates. Es stand für die damalige Entwicklung hin zu regelmäßigeren Anpassungen. Spam-Bekämpfung, Linkbewertung und inhaltliche Qualität wurden in den folgenden Jahren durch unterschiedliche Systeme behandelt. Eine Entfernung aus dem Suchindex, eine algorithmische Rankingänderung und eine Veränderung des PageRanks sind dabei nicht dasselbe und sollten getrennt beurteilt werden.
Entsprechende Anpassungen des Suchalgorithmus führten bei nachfolgenden Aktualisierungen teilweise zu deutlichen Herabstufungen bis dahin gut rankender Seiten. Diese Entwicklung setzte sich mit dem im November 2003 veröffentlichten Florida Update fort, das für starke Veränderungen bei vielen kommerziellen Suchanfragen bekannt wurde. Einzelne Ursachen ließen sich von außen allerdings nicht zuverlässig auf eine bestimmte Änderung an der externen Linkstruktur reduzieren. Für die Bewertung von Links ist grundsätzlich nicht nur deren Zahl maßgeblich, sondern auch der Kontext, die Herkunft und die Frage, ob sie redaktionell sinnvoll oder zur Manipulation von Rankings angelegt wurden.
Mit dem Panda Update 2011 rückte die Bewertung inhaltlicher Qualität stärker in den Vordergrund. Das Freshness Update aus demselben Jahr sollte bei Suchanfragen, für die Aktualität wichtig ist, frischere Ergebnisse besser berücksichtigen. Daraus folgt nicht, dass jede Seite ständig aktualisiert werden muss oder Verweildauer und Durchklickrate als öffentlich bekannte, unmittelbar steuerbare PageRank-Faktoren gelten. Panda wurde 2015 in Googles Kern-Rankingsysteme integriert. Das Penguin Update zielte seit 2012 insbesondere auf manipulative Linkpraktiken; Penguin wurde 2016 Teil der Kernsysteme. Historische Versionsbezeichnungen wie Penguin 2.0 aus dem Mai 2013 beschreiben daher keine heute separat stattfindenden PageRank-Updates.
Diese großen Veränderungen innerhalb der Suchsysteme führten zu deutlichen Verschiebungen in den Suchergebnissen. Für Nutzer sollten sie relevantere und weniger manipulative Ergebnisse ermöglichen, während Webseitenbetreiber teilweise erhebliche Sichtbarkeitsverluste verzeichneten. Aus einer solchen Veränderung allein lässt sich jedoch weder eine bestimmte PageRank-Abwertung noch eine manuelle Maßnahme ableiten. Sinnvoll ist ein Vergleich des Zeitpunkts, der betroffenen Verzeichnisse und Seitentypen sowie der Suchanfragen. Zusätzlich sollten technische Fehler, Indexierungsprobleme, interne und externe Links, Inhaltsqualität und Veränderungen bei Wettbewerbern geprüft werden.
Zusammenfassung
Der Google PageRank ist ein linkbasiertes Verfahren zur Gewichtung von Webseiten. Die früher öffentlich sichtbare Skala von 0 bis 10 gehörte zum Toolbar-PageRank und wird nicht mehr aktualisiert oder veröffentlicht. PageRank bleibt ein Bestandteil der Google-Kernsysteme, ist aber weder eine öffentlich abrufbare Kennzahl noch der alleinige Grund für die Position einer Seite in den Suchergebnissen. Die Visibility einer Domain bezieht sich hingegen meist auf ihre Sichtbarkeit für ein bestimmtes Keyword-Set und ist vom PageRank zu unterscheiden.
Der ursprüngliche Algorithmus berücksichtigt Backlinks und das Gewicht der verlinkenden Seiten. Mit der steigenden Komplexität des Internets wurden zahlreiche weitere Systeme für Relevanz, Qualität, Aktualität und Spam-Bekämpfung ergänzt. Google führt kontinuierliche Anpassungen und größere Updates an seinen Rankingsystemen durch. Rankingveränderungen nach solchen Aktualisierungen sind jedoch nicht automatisch Veränderungen des PageRanks.
Historisch wurden Linkdaten und der öffentliche Toolbar-PageRank in unterschiedlichen Abständen aktualisiert. Frühere Angaben zu festen Backlink-Updates oder PageRank-Updates sind heute keine verlässliche Grundlage mehr. Größere Google-Updates können die Bewertung und Position zahlreicher Webseiten beeinflussen, ohne dass sich die Ursache anhand einer einzelnen Kennzahl bestimmen lässt.
Der PageRank hat keinen direkten Einfluss auf die Platzierung geschalteter Werbeanzeigen. Das früher als AdWords bezeichnete Werbesystem heißt heute Google Ads und ist von organischer Suchmaschinenoptimierung zu unterscheiden. Der ehemalige Toolbar-PageRank war lediglich ein vereinfachter und verzögert aktualisierter Außenwert.
Seit 2003 wurden diverse Anpassungen an Googles Such- und Rankingsystemen vorgenommen, um die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern und Manipulationen zu begrenzen. Das Panda Update von 2011 befasste sich vor allem mit inhaltlicher Qualität, während Penguin insbesondere manipulative Linkpraktiken adressierte. Beide historischen Systeme wurden später in die Kernsysteme integriert und sind nicht mit regelmäßig veröffentlichten PageRank-Werten gleichzusetzen.
Häufige Fragen und Antworten
Der Google PageRank ist ein Verfahren zur Gewichtung von Webseiten anhand ihrer Verbindungen im Linknetzwerk. Dabei zählen nicht nur die Anzahl der Backlinks, sondern auch das Gewicht der verlinkenden Seiten und die Verteilung ihrer ausgehenden Links. Die frühere öffentliche Skala von 0 bis 10 gehörte zum Toolbar-PageRank und wird nicht mehr bereitgestellt. Der aktuelle interne PageRank einer Seite ist daher nicht öffentlich ablesbar.
PageRank ist weiterhin ein Bestandteil der Google-Kernsysteme, bestimmt die Position einer Webseite aber nicht allein. Für die Suchergebnisse werden zahlreiche weitere Signale und Systeme berücksichtigt, etwa die Relevanz für die Suchanfrage, die Qualität und Aktualität der Inhalte sowie technische Voraussetzungen. Aus einem Drittanbieterwert oder der Zahl der Backlinks lässt sich deshalb keine bestimmte Position ableiten.
Frühere Aktualisierungen des öffentlichen Toolbar-PageRanks machten veränderte Werte für Webseitenbetreiber sichtbar, während Anpassungen von Linkdaten und Rankingsystemen zugleich zu Verschiebungen in den Suchergebnissen führen konnten. Heute veröffentlicht Google keine Toolbar-PageRank-Werte mehr. Bei aktuellen Rankingveränderungen sollten deshalb Inhalte, Technik, Indexierung, Links und betroffene Suchanfragen geprüft werden, statt pauschal von einem PageRank-Update auszugehen.
